Bohneneintopf mit Mettwurst – deftig in 45 Minuten

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Deftiger Bohneneintopf mit Mettwurst im gusseisernen Topf, mit Petersilie bestreut, daneben Schale und Bauernbrot

Ein Bohneneintopf mit Mettwurst braucht keine drei Stunden Herdzeit: Mit vorgekochten weißen Bohnen aus Dose oder Glas steht der Topf nach rund 45 Minuten auf dem Tisch – sämig, rauchig und kräftig genug, dass niemand nach einer Beilage fragt. Wer die norddeutsche Version mit grünen Bohnen und Mettenden sucht, findet sie weiter unten mit eigenen Mengen; beide laufen nach demselben Prinzip: Wurst und Speck anbraten, Röstaromen in die Brühe holen, Bohnen darin fertig ziehen lassen.

Zwei Dinge entscheiden über das Ergebnis. Erstens die Wurst – eine grobe, geräucherte Mettwurst oder Mettenden geben Rauch und Salz an die Brühe ab, eine milde Brühwurst tut das nicht. Zweitens die Bohnen: getrocknete Hülsenfrüchte müssen eingeweicht und wirklich weich gekocht werden, sonst bleiben sie schwer verdaulich. Wer es eilig hat, nimmt Bohnen aus der Dose und spült sie kurz ab – das spart die komplette Vorkochzeit, ohne dass der Eintopf flach schmeckt.

Zutaten für 4 Portionen

  • 2 Dosen weiße Bohnen (je 400 g, ca. 500 g abgetropft) – alternativ 250 g getrocknete weiße Bohnen
  • 200 g grobe Mettwurst oder 3–4 Mettenden, in Scheiben
  • 50 g durchwachsener Speck, gewürfelt
  • 1 Zwiebel, fein gewürfelt
  • 2 Knoblauchzehen, gehackt
  • 1 EL Tomatenmark
  • 1 TL Paprikapulver, edelsüß
  • 1 EL Rapsöl
  • 700–800 ml Gemüsebrühe
  • 1 Lorbeerblatt und 1 TL getrocknetes Bohnenkraut oder Majoran
  • 1 TL Weißweinessig oder Balsamico zum Abrunden
  • Salz, Pfeffer
  • 1 EL gehackte Petersilie zum Servieren

Bohnenkraut ist bei Bohnengerichten kein Deko-Kraut: Es passt geschmacklich und gilt in der Hausmannskost als der Klassiker gegen den schweren Magen. Kümmel oder Fenchelsamen erfüllen denselben Zweck, wenn du Bohnenkraut nicht da hast.

Zubereitung Schritt für Schritt

  1. Bohnen vorbereiten: Dosenbohnen in ein Sieb geben und unter kaltem Wasser abspülen – das nimmt Lake und überschüssiges Salz. Getrocknete Bohnen mindestens 12 Stunden in reichlich kaltem Wasser einweichen, das Einweichwasser wegschütten und die Bohnen in frischem Wasser 60 bis 90 Minuten weich kochen. Halbgar gegart bleiben Hülsenfrüchte schwer bekömmlich.
  2. Speck und Wurst anbraten: Öl in einem schweren Topf erhitzen, Speckwürfel bei mittlerer Hitze etwa 4 Minuten auslassen, bis sie knusprig sind. Wurstscheiben dazugeben und 2 bis 3 Minuten mitbraten, bis die Ränder bräunen. Danach beides herausnehmen und beiseitestellen – so bleibt die Wurst bissfest und zerfällt später nicht.
  3. Zwiebel und Knoblauch dünsten: Zwiebelwürfel im ausgelassenen Fett 4 bis 5 Minuten glasig dünsten, Knoblauch eine Minute mitrösten. Der Knoblauch darf nur duften, nicht dunkel werden, sonst wird der Eintopf bitter.
  4. Tomatenmark rösten: Tomatenmark einrühren und 1 bis 2 Minuten mitrösten, bis es dunkler wird und leicht süßlich riecht. Paprikapulver kurz unterrühren, dann sofort mit der Brühe ablöschen – Paprika verbrennt schnell und schmeckt dann bitter.
  5. Köcheln lassen: Bohnen, Lorbeer und Bohnenkraut zugeben, so viel Brühe auffüllen, dass die Bohnen knapp bedeckt sind, und alles bei kleiner Hitze 15 Minuten ziehen lassen. Für eine sämige Konsistenz zwei Kellen Bohnen mit etwas Brühe pürieren und zurückrühren – das bindet ohne Mehl und ohne Sahne.
  6. Fertigstellen: Speck und Wurst in den letzten 5 Minuten zurück in den Topf geben und nur noch heiß ziehen lassen. Lorbeer entfernen, mit Salz, Pfeffer und einem Teelöffel Essig abschmecken, Petersilie unterrühren. Dazu passt kräftiges Vollkorn- oder Bauernbrot.
Deftiger Bohneneintopf mit Mettwurst im gusseisernen Topf, mit Petersilie bestreut, daneben Schale und Bauernbrot

Bohneneintopf mit Mettwurst

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Portionen: 4 Vorbereitungszeit: Kochzeit:
Nährwerte: 420 calories 20 grams fat
Bewertung: 5.0/5
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Zutaten

  • 2 Dosen weiße Bohnen (je 400 g, ca. 500 g abgetropft) oder 250 g getrocknete weiße Bohnen
  • 200 g grobe Mettwurst oder 3–4 Mettenden, in Scheiben
  • 50 g durchwachsener Speck, gewürfelt
  • 1 Zwiebel, fein gewürfelt
  • 2 Knoblauchzehen, gehackt
  • 1 EL Tomatenmark
  • 1 TL Paprikapulver, edelsüß
  • 1 EL Rapsöl
  • 700–800 ml Gemüsebrühe
  • 1 Lorbeerblatt und 1 TL Bohnenkraut oder Majoran
  • 1 TL Weißweinessig oder Balsamico
  • Salz und Pfeffer
  • 1 EL gehackte Petersilie

Zubereitung

Dosenbohnen abspülen und abtropfen lassen; getrocknete Bohnen 12 Stunden einweichen, Einweichwasser wegschütten und 60 bis 90 Minuten weich kochen.
Öl erhitzen, Speckwürfel 4 Minuten knusprig auslassen, Wurstscheiben 2 bis 3 Minuten mitbraten, beides herausnehmen.
Zwiebel im Fett 4 bis 5 Minuten glasig dünsten, Knoblauch 1 Minute mitrösten.
Tomatenmark 1 bis 2 Minuten anrösten, Paprikapulver unterrühren und sofort mit Brühe ablöschen.
Bohnen, Lorbeer und Bohnenkraut zugeben und 15 Minuten bei kleiner Hitze köcheln; zum Binden zwei Kellen Bohnen pürieren und zurückrühren.
Speck und Wurst die letzten 5 Minuten heiß ziehen lassen, mit Salz, Pfeffer und Essig abschmecken, Petersilie unterrühren.

Nährwerte pro Portion

NährwertMenge pro Portion (ca.)
Kalorien420 kcal
Eiweiß22 g
Kohlenhydrate34 g
davon Ballaststoffe8 g
Fett22 g

Die Werte sind für die oben genannten Mengen berechnet und bleiben Richtwerte: Mettwurst liegt je nach Sorte zwischen etwa 250 und 400 kcal pro 100 g, das verschiebt vor allem Fett und Kalorien. Solide ist der Eintopf trotzdem – rund 8 g Ballaststoffe pro Teller kommen fast komplett aus den Bohnen und sind ein guter Teil der empfohlenen 30 g am Tag.

Tipps, damit der Bohneneintopf mit Mettwurst nicht fad wird

  • Wurst nicht mitkochen: Mettenden platzen, wenn sie sprudelnd kochen. Sie brauchen nur 10 Minuten bei kleinster Hitze im Sud, dann bleiben sie saftig.
  • Säure zum Schluss: Ein Teelöffel Essig oder ein Spritzer Zitrone hebt den ganzen Topf an. Deftige Bohnengerichte schmecken ohne Säure schnell stumpf.
  • Salz erst am Ende: Speck, Wurst und Brühe bringen bereits viel mit. Erst abschmecken, wenn alles fertig geköchelt hat.
  • Bekömmlichkeit: Einweichwasser immer wegschütten, in frischem Wasser garen und Bohnenkraut, Kümmel oder Fenchel mitkochen – die klassische Kombination gegen Blähungen.
  • Am zweiten Tag besser: Über Nacht im Kühlschrank ziehen die Raucharomen durch. Beim Aufwärmen einen Schluck Brühe zugeben, weil die Bohnen nachdicken.

Grüne Bohnensuppe mit Mettenden – die Variante mit Kartoffeln

Ob jemand Bohnensuppe mit Mettwurst oder Bohneneintopf sagt, hängt meist nur an der Menge Brühe. Klassisch norddeutsch und westfälisch wird die Suppe aber nicht mit weißen, sondern mit grünen Bohnen und Kartoffeln gekocht. Mettenden sind dafür die typische Wurst: kaltgeräucherte Würste aus Schweine- und Rindfleisch, die nach dem Räuchern noch etwa eine Woche reifen – daher das kräftige Raucharoma.

Für 4 Portionen: 800 g grüne Bohnen (frisch oder TK), 500 g festkochende Kartoffeln in Würfeln, 4 Mettenden, 1 Zwiebel, 50 g Speck, 1 Zweig Bohnenkraut, 1 l Brühe. Speck und Zwiebel anbraten, Kartoffeln und Brühe zugeben, 10 Minuten kochen, dann die Bohnen dazu und weitere 15 Minuten sprudelnd garen. Die Mettenden die letzten 10 bis 12 Minuten bei kleiner Hitze mitziehen lassen, danach in Scheiben schneiden oder ganz servieren.

Wichtig bei grünen Bohnen: Sie enthalten roh das Lektin Phasin und müssen durchgegart werden. Die Verbraucherzentrale nennt mindestens 10 bis 15 Minuten Kochzeit bei 100 °C; das Kochwasser von blanchierten Bohnen sollte man nicht weiterverwenden. Ein Dampfgarer erreicht diese Temperatur nicht zuverlässig – für Bohnen also lieber den Topf.

Schnippelbohnen-Eintopf mit Mettwurst

Schnippelbohnen – im Rheinland auch Fitzebohnen genannt – sind fein geschnittene grüne Bohnen, die wie Sauerkraut milchsauer vergoren wurden. Vor Tiefkühltruhe und Einkochglas war das die Methode, Bohnen über den Winter zu bringen; im Rheinland und in Westfalen ist das Gericht bis heute üblich. Der Eintopf wird dadurch angenehm säuerlich und braucht deutlich weniger Würze.

500 g Schnippelbohnen aus dem Glas abgießen; sind sie sehr sauer, kurz mit kaltem Wasser abspülen. Speck und Zwiebel anbraten, Bohnen und 500 g Kartoffelwürfel zugeben, mit 700 ml Brühe auffüllen und 25 bis 30 Minuten köcheln, bis die Kartoffeln zerfallen und den Eintopf binden. Mettwurst in den letzten 10 Minuten dazu. Abgerundet wird mit einer Prise Zucker oder einem Löffel Sahne, das nimmt der Säure die Spitze. Auch vergorene Bohnen werden immer gekocht und nie roh gegessen.

Weitere Variationen

Der Bohneneintopf mit Mettwurst verträgt Umbauten gut: Die Basis aus Röstaromen, Brühe und Bohnen bleibt gleich, gewechselt werden nur Bohnensorte und Einlage.

VarianteSo geht’sWas sich ändert
KohlenhydratärmerWeiße Bohnen durch 800 g grüne Bohnen ersetzen, Kartoffeln weglassenGrüne Bohnen bringen nur rund 7 g Kohlenhydrate pro 100 g – der Eintopf wird deutlich leichter, sättigt aber kürzer
Mehr EiweißZusätzlich 200 g Kichererbsen oder 150 g geräucherten Tofu mitgarenRund 8 bis 10 g Eiweiß mehr pro Portion, ohne dass der Fettanteil steigt
VegetarischSpeck und Wurst durch geräucherten Tofu oder vegane Mettwurst ersetzen, 1 TL geräuchertes Paprikapulver zugebenRauchnote bleibt, das Gericht wird magerer und günstiger
BlitzversionDosenbohnen, fertige Brühe und Wurst aus dem KühlregalVom Topf bis zum Teller etwa 25 Minuten
Schmortopf-VersionGetrocknete Bohnen mit Suppengrün 90 Minuten sanft garen, Wurst erst am Ende zugebenDeutlich runderer Geschmack, dafür ein halber Nachmittag Zeitaufwand

Meal-Prep und Aufbewahrung

Für die Vorratsküche ist ein Bohneneintopf mit Mettwurst dankbar: Er lässt sich sauber portionieren, dickt beim Abkühlen von selbst nach und verliert beim Aufwärmen kaum Aroma.

  • Portionieren: Den Eintopf vor dem Abfüllen abkühlen lassen und in luftdichte Behälter zu je etwa 450 bis 500 ml füllen.
  • Kühlschrank: Bei maximal 4 °C hält er sich 3 bis 4 Tage. Vor dem Essen richtig heiß machen, nicht nur lauwarm.
  • Einfrieren: Bis zu 3 Monate. Die Wurst besser separat einfrieren oder erst beim Aufwärmen zugeben – Brühwurst wird nach dem Auftauen leicht mehlig.
  • Aufwärmen: Im Topf bei mittlerer Hitze unter Rühren, weil die Bohnenstärke gern ansetzt. In der Mikrowelle zwischendurch umrühren und einen Schluck Wasser zugeben.
  • Kartoffelvarianten: Eintöpfe mit Kartoffeln lieber innerhalb von zwei Tagen essen – Kartoffeln werden beim Wiedererwärmen schnell mehlig.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Mettenden und Mettwurst?

Mettenden sind kaltgeräucherte, kurze Mettwürste aus Schweine- und Rindfleisch, die nach dem Räuchern etwa eine Woche reifen. Sie schmecken kräftiger geräuchert als luftgetrocknete Mettwurst, im Eintopf sind beide austauschbar.

Wie lange müssen grüne Bohnen für die Bohnensuppe kochen?

Mindestens 10 bis 15 Minuten sprudelnd bei 100 °C. Roh enthalten grüne Bohnen das Lektin Phasin, das erst durch ausreichendes Kochen zerstört wird. Das Kochwasser vom Blanchieren nicht weiterverwenden.

Kann ich Schnippelbohnen für den Eintopf mit Mettwurst nehmen?

Ja. Schnippelbohnen sind milchsauer vergorene grüne Bohnen. 500 g abgießen, bei starker Säure kurz abspülen und mit Kartoffeln 25 bis 30 Minuten köcheln. Eine Prise Zucker oder ein Löffel Sahne rundet ab.

Wie lange hält sich der Bohneneintopf?

Im Kühlschrank bei maximal 4 °C 3 bis 4 Tage in einem luftdichten Behälter, eingefroren bis zu 3 Monate. Über Nacht auftauen und richtig heiß erwärmen, nicht nur lauwarm.

Warum bläht Bohneneintopf und was hilft dagegen?

Verantwortlich sind unverdauliche Mehrfachzucker aus den Bohnen. Einweichwasser wegschütten, in frischem Wasser weich kochen und Bohnenkraut, Kümmel oder Fenchel mitgaren – das macht den Eintopf spürbar bekömmlicher.

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