Rezept für Wildschweingulasch: Pfälzer Art, zart geschmort

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Pfälzisches Wildschweingulasch mit Rotweinsauce, Wurzelgemüse und Thymian in einem gusseisernen Schmortopf

Zähes Wildschweingulasch hat fast immer denselben Grund: zu wenig Zeit im Topf. Schwarzwild ist mager und faserreich, das Bindegewebe löst sich erst nach mindestens 90 Minuten leisem Schmoren, bei älteren Tieren dauert es zwei bis drei Stunden. Dieses Rezept für Wildschweingulasch nach Pfälzer Art nennt dir die Mengen für vier Portionen, die realistische Schmorzeit und die Kerntemperatur, an der du sicher erkennst, dass das Fleisch durch ist.

Nebenbei ist das Gericht ein solider Eiweiß-Lieferant: Wildschweinfleisch bringt roh rund 20 g Protein und nur etwa 3 g Fett pro 100 g mit, dazu Eisen, Zink und viel Vitamin B12 (Bundeslebensmittelschlüssel). Der Topf lässt sich problemlos verdoppeln und portionsweise einfrieren.

Warum dieses Rezept für Wildschweingulasch zart wird

Gulasch vom Wildschwein kommt aus Schulter oder Keule, also aus stark beanspruchten Partien mit viel Bindegewebe. Das Kollagen darin wandelt sich erst bei anhaltender Hitze über 70 °C in Gelatine um, und genau diese Gelatine sorgt für das saftige Mundgefühl und für die Bindung der Sauce. Kurzes, heftiges Kochen erreicht das Gegenteil: Die Muskelfasern ziehen sich zusammen und pressen Saft heraus, bevor das Kollagen weich ist.

Praktisch heißt das: Die Flüssigkeit darf nur zittern, nicht sprudeln. Wer einen Blubber sieht, dreht die Platte eine Stufe runter oder schiebt den Topf bei 150 °C Ober-/Unterhitze in den Backofen, dort hält sich die Temperatur von allein stabil.

Geschmacklich ist Schwarzwild kräftiger und leicht nussig-erdig. Edelsüßes Paprikapulver, Wacholder, Lorbeer und ein trockener Pfälzer Spätburgunder nehmen diese Note auf, ohne sie zu übertönen.

Zutaten für 4 Portionen

  • 800 g Wildschwein-Gulasch aus Schulter oder Keule, in ca. 3 cm große Würfel geschnitten
  • 2 EL Rapsöl oder Butterschmalz zum Anbraten
  • 2 Zwiebeln, fein gewürfelt
  • 2 Knoblauchzehen, gehackt
  • 1 Karotte und 1/4 Knollensellerie, klein gewürfelt
  • 1 EL Tomatenmark
  • 1 EL edelsüßes Paprikapulver
  • 200 ml trockener Rotwein, zum Beispiel Pfälzer Spätburgunder
  • 400 ml Wildfond oder Rinderbrühe
  • 1 Dose (400 g) stückige Tomaten
  • 2 Lorbeerblätter, 4 Wacholderbeeren, 1 Zweig Thymian
  • Salz, schwarzer Pfeffer, 1 Prise Zucker

Würfelgröße nicht kleiner schneiden als 3 cm: Kleinere Stücke trocknen beim langen Schmoren aus, weil das magere Fleisch kaum intramuskuläres Fett hat. Wer die Wildnote milder mag, legt das Fleisch über Nacht in Buttermilch ein. Nötig ist das bei frischer Ware nicht.

Zubereitung Schritt für Schritt

  1. Fleisch trocken tupfen und scharf anbraten. Nur trockenes Fleisch bräunt. In zwei bis drei Portionen im heißen Fett rundum kräftig anbraten, dann herausnehmen. Liegt zu viel im Topf, kühlt er ab und das Fleisch kocht im eigenen Saft, statt Röstaromen zu bilden.
  2. Gemüse anrösten. Zwiebeln, Karotte und Sellerie bei mittlerer Hitze im Bratfett andünsten, nach etwa 3 Minuten den Knoblauch zugeben. Tomatenmark einrühren und mitrösten, bis es dunkler wird, das nimmt die Säure und gibt Tiefe.
  3. Würzen und ablöschen. Paprikapulver kurz einrühren und sofort mit dem Rotwein ablöschen, sonst wird es bitter. Den Bodensatz mit dem Kochlöffel loskratzen und den Wein etwa 2 Minuten einkochen lassen.
  4. Aufgießen und schmoren. Fleisch zurück in den Topf, mit Fond und Tomaten knapp bedecken. Lorbeer, Wacholder und Thymian zugeben, einmal aufkochen, dann zugedeckt bei kleinster Hitze 90 bis 120 Minuten ziehen lassen. Je nach Alter des Tiers und Größe der Würfel können daraus auch 2,5 bis 3 Stunden werden.
  5. Gartest machen. Nach 90 Minuten ein Stück mit zwei Gabeln auseinanderziehen. Fällt es nicht fast von selbst auseinander, weitere 20 Minuten schmoren und erneut prüfen. Erst dann wird abgeschmeckt.
  6. Abschmecken und binden. Lorbeer und Thymianzweig entfernen, mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker abschmecken. Zu dünne Sauce offen einkochen lassen, zu kräftige mit einem Schuss Brühe strecken.
Pfälzisches Wildschweingulasch mit Rotweinsauce, Wurzelgemüse und Thymian in einem gusseisernen Schmortopf

Pfälzisches Wildschweingulasch

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Portionen: 4 Vorbereitungszeit: Kochzeit:
Nährwerte: 330 calories 20 grams fat
Bewertung: 5.0/5
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Zutaten

  • 800 g Wildschwein-Gulasch (Schulter oder Keule, ca. 3 cm gewürfelt)
  • 2 EL Rapsöl oder Butterschmalz
  • 2 Zwiebeln, fein gewürfelt
  • 2 Knoblauchzehen, gehackt
  • 1 Karotte und 1/4 Knollensellerie, klein gewürfelt
  • 1 EL Tomatenmark
  • 1 EL edelsüßes Paprikapulver
  • 200 ml trockener Rotwein (Pfälzer Spätburgunder)
  • 400 ml Wildfond oder Rinderbrühe
  • 1 Dose (400 g) stückige Tomaten
  • 2 Lorbeerblätter, 4 Wacholderbeeren, 1 Zweig Thymian
  • Salz, schwarzer Pfeffer, 1 Prise Zucker

Zubereitung

Fleisch trocken tupfen und portionsweise im heißen Fett rundum scharf anbraten, herausnehmen.
Zwiebeln, Karotte und Sellerie andünsten, Knoblauch zugeben, Tomatenmark einrühren und mitrösten.
Paprikapulver kurz einrühren, sofort mit Rotwein ablöschen und 2 Minuten einkochen lassen.
Fleisch zurückgeben, mit Fond und Tomaten knapp bedecken, Gewürze zugeben und zugedeckt 90 bis 120 Minuten leise schmoren.
Nach 90 Minuten Gabeltest machen, bei Bedarf in 20-Minuten-Schritten weiter schmoren.
Lorbeer und Thymian entfernen, mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker abschmecken, Sauce nach Wunsch offen einkochen.

Kerntemperatur und Sicherheit

Wildschwein gehört zu den Fleischsorten, die immer vollständig durchgegart werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät ausdrücklich davon ab, Wildfleisch rosa zu servieren, weil Erreger im Kern sonst überleben können. Als Faustregel gilt eine Kerntemperatur von 70 °C für mindestens zwei Minuten; beim Schmoren wird dieser Wert nach der langen Garzeit ohnehin deutlich überschritten. Ein kurzer Stich mit dem Küchenthermometer in ein großes Stück kostet zehn Sekunden und gibt Sicherheit.

Zwei Punkte, die beim Einkauf oft Fragen aufwerfen:

  • Trichinen: Jedes erlegte Wildschwein, dessen Fleisch abgegeben wird, muss amtlich auf Trichinen untersucht werden (LGL Bayern). Ware vom Wildhändler, Metzger oder aus der Tiefkühltruhe hat diese Untersuchung hinter sich.
  • Afrikanische Schweinepest: Der Erreger ist für Menschen ungefährlich, auch beim Verzehr von Fleisch. Er trifft ausschließlich Schweine. Wildfleisch aus dem regulären Handel bleibt also unbedenklich, Reste und Verpackungen gehören trotzdem in den geschlossenen Hausmüll, damit sich die Seuche nicht weiterträgt.

Beilagen und Nährwerte

Klassisch kommen Pfälzer Spätzle, Semmelknödel oder Kartoffelpüree dazu. Kohlenhydratärmer wird es mit Blumenkohlpüree, gedämpftem Wurzelgemüse oder Sellerie-Stampf. Die Werte unten sind Schätzungen für die reine Gulasch-Portion ohne Beilage, gerechnet auf 200 g Fleisch pro Person:

Nährwert (pro Portion, ohne Beilage)Menge
Kalorienca. 330 kcal
Proteinca. 40 g
Fettca. 12 g
Kohlenhydrateca. 10 g

Damit liegt eine Portion beim Protein etwa auf dem Niveau von 200 g Hähnchenbrust, bringt aber zusätzlich Eisen und Zink mit. Ein guter Teller nach einem harten Trainingstag, sofern die Beilage passt.

Häufige Fragen

Wie lange muss Wildschweingulasch schmoren?

Plane mindestens 90 bis 120 Minuten bei kleinster Hitze ein. Bei älteren Tieren oder großen Würfeln können es 2,5 bis 3 Stunden werden. Prüfe nach 90 Minuten mit zwei Gabeln, ob das Fleisch auseinanderfällt.

Auf welche Kerntemperatur muss Wildschwein gegart werden?

Wildschwein wird immer vollständig durchgegart, rosa ist tabu. Als Richtwert gelten 70 °C im Kern für mindestens zwei Minuten. Beim Schmoren wird dieser Wert ohnehin deutlich überschritten.

Warum wird mein Wildschweingulasch zäh?

Meist wurde zu kurz oder zu heiß gegart. Das Bindegewebe braucht Zeit bei zitternder, nicht sprudelnder Flüssigkeit. Einfach weiter schmoren und alle 20 Minuten den Gabeltest machen.

Muss ich Wildschwein vor dem Schmoren beizen?

Nein. Eine Beize aus Buttermilch oder Rotwein mildert nur den kräftigen Wildgeschmack. Frisches Fleisch vom Wildhändler schmeckt auch ohne Einlegen ausgewogen.

Ist Wildschweinfleisch wegen der Afrikanischen Schweinepest bedenklich?

Nein, der Erreger ist für Menschen ungefährlich und betrifft nur Schweine. Fleisch aus dem Handel wurde zudem amtlich auf Trichinen untersucht.

Variationen

VarianteSo geht es
Mit PilzenAngebratene Champignons oder Pfifferlinge in den letzten 15 Minuten unterheben.
Mit Preiselbeeren2 EL Preiselbeeren zum Schluss einrühren, das gibt eine fruchtige Gegenspitze zum Wild.
Ohne AlkoholRotwein durch Traubensaft plus 1 TL Balsamico ersetzen, sonst wird es zu süß.
Low CarbTomaten weglassen, mit mehr Fond arbeiten und Blumenkohlreis servieren.
Andere WildartFunktioniert genauso mit Hirsch oder Reh. Mageres Reh braucht etwas mehr Fond.
Im SchnellkochtopfNach dem Ablöschen rund 35 bis 40 Minuten unter Druck garen, danach offen abschmecken.

Meal-Prep und Aufbewahrung

  • Kühlschrank: In luftdichten Behältern hält das Gulasch 3 bis 4 Tage. Am zweiten Tag schmeckt es runder, weil sich die Gewürze setzen.
  • Einfrieren: Portionsweise bis zu 3 Monate. Über Nacht im Kühlschrank auftauen, nicht bei Zimmertemperatur.
  • Aufwärmen: Sanft bei mittlerer Hitze erwärmen und nicht sprudelnd kochen, sonst wird das magere Fleisch wieder fest.
  • Vorkochen: Das Rezept für Wildschweingulasch lässt sich gut auf die doppelte Menge ziehen, die Schmorzeit ändert sich dabei kaum.
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