Ein echtes Fischfrikassee ist keine Fisch-Suppe und kein Tomateneintopf: Zarte Filetstücke ziehen in einer hellen, mit Mehlschwitze gebundenen Sauce gar, die durch Kapern, einen Schuss Weißwein und Zitrone ihre feine Säure bekommt. Dazu kommen mehlig-buttrige Mecklenburger Kartoffeln. In rund 40 Minuten steht ein ostdeutscher Klassiker auf dem Tisch, der cremig schmeckt, aber mit magerem Fisch und gekochten Kartoffeln erstaunlich leicht bleibt.
Der Trick liegt in zwei Handgriffen: Der Fisch wird nur pochiert, nie gekocht, sonst zerfällt er. Und die Sauce wird am Ende mit Eigelb legiert statt weitergekocht, damit sie samtig bindet und nicht gerinnt. Beides erkläre ich unten Schritt für Schritt.
Zutaten für 4 Portionen
Für den Fisch und die Kartoffeln:
- 600 g festes Fischfilet (Kabeljau, Seelachs oder Rotbarsch)
- 800 g festkochende Kartoffeln (Mecklenburger oder vergleichbare Sorte)
- 400 ml Fischfond (alternativ Gemüsebrühe)
- 100 ml trockener Weißwein (oder zusätzlich Brühe)
- 1 Lorbeerblatt
Für die helle Sauce:
- 40 g Butter
- 40 g Mehl
- 100 ml Sahne (oder fettarm: Milch)
- 2 EL Kapern (abgetropft)
- 1 Eigelb zum Legieren
- Saft und etwas Abrieb von 1 Bio-Zitrone
- 1 Bund Dill (oder Petersilie), fein gehackt
- Salz, weißer Pfeffer, 1 Prise Zucker, frisch geriebene Muskatnuss
Zubereitung Schritt für Schritt
- Kartoffeln kochen (ca. 20 Minuten). Die Kartoffeln schälen, in gleich große Stücke schneiden und in Salzwasser garen, bis sie weich, aber nicht zerfallen sind. Warm halten, bis das Frikassee fertig ist.
- Fisch pochieren (ca. 7 Minuten). Fischfond, Weißwein und Lorbeerblatt in einem weiten Topf erhitzen, aber nur leicht simmern lassen – keinesfalls sprudelnd kochen. Den in mundgerechte Stücke geschnittenen Fisch hineingeben und bei kleiner Hitze 5 bis 7 Minuten ziehen lassen, bis er glasig-weiß ist. Mit einer Schaumkelle herausheben und beiseitestellen. Den Sud durch ein Sieb auffangen – er ist die Basis der Sauce.
- Mehlschwitze ansetzen (ca. 3 Minuten). Butter in einem zweiten Topf schmelzen, das Mehl einrühren und unter Rühren hell anschwitzen, ohne dass es Farbe nimmt. So verschwindet der mehlige Geschmack.
- Sauce aufgießen (ca. 10 Minuten). Den heißen Fischsud nach und nach mit dem Schneebesen angießen und glatt rühren, dann die Sahne zugeben. Bei milder Hitze etwa 8 bis 10 Minuten sämig köcheln lassen, gelegentlich umrühren.
- Abschmecken. Kapern, Zitronensaft und etwas Abrieb einrühren. Mit Salz, weißem Pfeffer, einer Prise Zucker und Muskat würzen, bis die Balance aus Säure und Cremigkeit stimmt.
- Legieren (ca. 2 Minuten). Den Topf von der Kochstelle ziehen. Das Eigelb mit 2 EL der warmen Sauce verrühren und dann zügig in die Sauce einrühren. Wichtig: Ab jetzt nicht mehr kochen, sonst flockt das Ei aus.
- Fisch zurückgeben und servieren. Die Fischstücke vorsichtig unterheben, kurz in der heißen Sauce erwärmen und den gehackten Dill einrühren. Mit den Mecklenburger Kartoffeln anrichten.

Zutaten
- 600 g festes Fischfilet (Kabeljau, Seelachs oder Rotbarsch)
- 800 g festkochende Kartoffeln
- 400 ml Fischfond
- 100 ml trockener Weißwein
- 1 Lorbeerblatt
- 40 g Butter
- 40 g Mehl
- 100 ml Sahne
- 2 EL Kapern
- 1 Eigelb
- Saft und Abrieb von 1 Bio-Zitrone
- 1 Bund Dill
- Salz, weißer Pfeffer, 1 Prise Zucker, Muskatnuss
Zubereitung
Kartoffeln schälen, in Stücke schneiden und in Salzwasser etwa 20 Minuten garen, warm halten.
Fischfond, Weißwein und Lorbeer leicht simmern lassen, Fischstücke darin 5-7 Minuten ziehen lassen, herausheben, Sud auffangen.
Butter schmelzen, Mehl einrühren und hell anschwitzen.
Heißen Fischsud nach und nach angießen, Sahne zugeben und 8-10 Minuten sämig köcheln lassen.
Mit Kapern, Zitronensaft, Salz, weißem Pfeffer, Zucker und Muskat abschmecken.
Topf von der Platte ziehen, Eigelb mit etwas Sauce verrühren und einrühren, nicht mehr kochen.
Fischstücke unterheben, Dill einrühren und mit den Kartoffeln servieren.
Tipps, damit das Frikassee gelingt
- Fisch nur ziehen lassen. Sobald das Pochierwasser sprudelt, wird der Fisch trocken und zerfällt. Eine Temperatur knapp unter dem Siedepunkt reicht völlig.
- Sauce gerinnt nach dem Eigelb? Dann war sie zu heiß. Topf vorher von der Platte ziehen und das Eigelb erst mit etwas warmer Sauce angleichen, bevor es in den Topf kommt.
- Zu dünn? Die Sauce ein paar Minuten länger offen köcheln lassen – aber vor dem Legieren, nicht danach.
- Aufbewahrung. Reste halten sich im Kühlschrank 1 bis 2 Tage. Beim Aufwärmen nur sanft erhitzen, nicht kochen, sonst leidet die Bindung. Zum Einfrieren ist die legierte Sauce weniger geeignet.
Variationen für jeden Geschmack
- Mit Gemüse: 150 g Erbsen oder in Butter angeschwitzte Champignons machen aus dem Frikassee eine vollständige Mahlzeit.
- Ohne Alkohol: Den Weißwein durch dieselbe Menge Brühe plus einen Extra-Spritzer Zitrone ersetzen.
- Leichter: Statt Sahne fettarme Milch verwenden und das Eigelb weglassen – die Sauce wird dann etwas dünner, bleibt aber aromatisch.
- Glutenfrei: Die Mehlschwitze durch 1 gehäuften EL Speisestärke ersetzen, die du in kaltem Wasser anrührst und in den heißen Sud einrührst.
- Edler: Mit Lachs statt Weißfisch und einem Löffel Crème fraîche bekommt das Gericht eine festlichere Note.
Häufige Fragen
Welcher Fisch eignet sich für Fischfrikassee?
Am besten festes Weißfischfilet wie Kabeljau, Seelachs oder Rotbarsch. Es bleibt beim Pochieren in Stücken und zerfällt nicht so leicht wie zarter Fisch.
Warum gerinnt meine Frikassee-Sauce?
Meist weil sie nach dem Eigelb noch gekocht hat. Den Topf vor dem Legieren von der Platte ziehen und das Eigelb erst mit etwas warmer Sauce angleichen, dann darf es nicht mehr aufkochen.
Kann ich Fischfrikassee ohne Wein zubereiten?
Ja. Ersetze den Weißwein einfach durch dieselbe Menge Fisch- oder Gemüsebrühe und gib zum Ausgleich einen zusätzlichen Spritzer Zitronensaft dazu.
Wie lange ist Fischfrikassee haltbar?
Im Kühlschrank 1 bis 2 Tage. Beim Aufwärmen nur sanft erhitzen und nicht kochen, damit die legierte Sauce nicht ausflockt. Zum Einfrieren ist sie weniger geeignet.
Wie binde ich das Fischfrikassee glutenfrei?
Statt der Mehlschwitze einen gehäuften Esslöffel Speisestärke in kaltem Wasser anrühren und in den heißen Sud einrühren. Das bindet die Sauce ohne Mehl.


