Für Falafel aus dem Ofen musst du genau eine Entscheidung richtig treffen: getrocknete Kichererbsen, über Nacht eingeweicht — und auf keinen Fall gekochte aus der Dose. Nur die rohe, vollgesogene Hülsenfrucht bringt die Stärke mit, die den Teig ohne Ei bindet und beim Backen diese krümelig-saftige Mitte unter der goldbraunen Kruste ergibt. Dosenware bringt Wasser statt Bindung mit, klebt kaum zusammen und zerfällt auf dem Blech.
Der Rest ist unspektakulär: ein Backblech, etwas Öl zum Bepinseln, 200 °C. Aktive Arbeit sind rund 25 Minuten, dazu 25 bis 30 Minuten Backzeit und eine halbe Stunde Kühlzeit für die Masse. Das Einweichen planst du am Vorabend ein — es ist der einzige Schritt, den du nicht abkürzen kannst, ohne das Ergebnis zu verschlechtern.
Zutaten für ca. 20 Falafel (4 Portionen)
- 250 g getrocknete Kichererbsen (12–24 Stunden eingeweicht, nicht gekocht)
- 1 kleine Zwiebel, grob gewürfelt
- 3 Knoblauchzehen
- 1 Bund glatte Petersilie (ca. 30 g)
- 1/2 Bund frischer Koriander (optional, sonst mehr Petersilie)
- 2 TL gemahlener Kreuzkümmel
- 1 TL gemahlener Koriander
- 1/2 TL Backpulver
- 2 EL Kichererbsenmehl oder Weizenmehl (nur bei Bedarf, wenn die Masse zu feucht ist)
- 1 TL Salz, Pfeffer nach Geschmack
- 2–3 EL Olivenöl zum Bepinseln
Optional, aber lohnend: 1/2 TL gemahlener Kardamom oder eine fein gehackte Chili in der Masse. Frische Kräuter sind kein Deko-Posten — sie liefern einen Großteil des Aromas und halten die Masse saftig, also lieber großzügig als sparsam.
Zubereitung Schritt für Schritt
- Kichererbsen mit reichlich kaltem Wasser bedecken (sie verdoppeln ihr Volumen) und 12–24 Stunden einweichen. Danach abgießen und gründlich trockentupfen — überschüssiges Wasser macht die Masse instabil.
- Kichererbsen mit Zwiebel, Knoblauch, Petersilie, Koriander, Kreuzkümmel, gemahlenem Koriander, Salz und Pfeffer in die Küchenmaschine geben. In kurzen Schüben zu einer groben, sandig-krümeligen Masse mahlen: Sie soll zwischen den Fingern leicht zusammenkleben, aber kein glatter Püree-Brei sein.
- Backpulver unterrühren. Ist die Masse sehr feucht, esslöffelweise Mehl zugeben. Abgedeckt 30 Minuten (gern auch bis zu 60) kalt stellen — gekühlt lässt sie sich deutlich besser formen.
- Ofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze bzw. 180 °C Umluft vorheizen. Ein Blech mit Backpapier auslegen und dünn mit Öl bepinseln.
- Mit feuchten Händen ca. 20 Kugeln formen und leicht zu Talern flach drücken. Flache Falafel garen gleichmäßiger durch und werden ringsum knuspriger als dicke Kugeln. Auf das Blech setzen und von oben ebenfalls mit Öl bepinseln.
- 25–30 Minuten backen, nach etwa der Hälfte der Zeit wenden, bis beide Seiten goldbraun und außen fest sind. Beim Wenden einen dünnen Pfannenwender flach unterschieben, statt die Taler zu greifen.
- Kurz auf dem Blech nachziehen lassen, dann servieren. Frisch aus dem Ofen ist die Kruste am besten.

Zutaten
- 250 g getrocknete Kichererbsen (12–24 Stunden eingeweicht, nicht gekocht)
- 1 kleine Zwiebel, grob gewürfelt
- 3 Knoblauchzehen
- 1 Bund glatte Petersilie (ca. 30 g)
- 1/2 Bund frischer Koriander (optional)
- 2 TL gemahlener Kreuzkümmel
- 1 TL gemahlener Koriander
- 1/2 TL Backpulver
- 2 EL Kichererbsenmehl oder Weizenmehl (bei Bedarf)
- 1 TL Salz, Pfeffer
- 2–3 EL Olivenöl zum Bepinseln
Zubereitung
Kichererbsen 12–24 Stunden in reichlich kaltem Wasser einweichen, abgießen und gut trockentupfen.
Mit Zwiebel, Knoblauch, Petersilie, Koriander, Gewürzen, Salz und Pfeffer in der Küchenmaschine zu einer groben, krümeligen Masse mahlen.
Backpulver und bei Bedarf Mehl unterrühren, die Masse abgedeckt 30 Minuten kalt stellen.
Ofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze (180 °C Umluft) vorheizen, Blech mit Backpapier auslegen und dünn mit Öl bepinseln.
Ca. 20 Kugeln formen, flach zu Talern drücken, auf das Blech setzen und von oben mit Öl bepinseln.
25–30 Minuten backen, nach der Hälfte wenden, bis beide Seiten goldbraun und fest sind.
So werden Falafel aus dem Ofen knusprig
Beim Frittieren versiegelt heißes Öl die Oberfläche in Sekunden. Im Backofen übernehmen diese Aufgabe eine dünne Ölschicht und hohe Hitze: Außen trocknet die Oberfläche an und bräunt, innen gart die Stärke der rohen Kichererbse und bindet den Teig. Vier Handgriffe entscheiden über das Ergebnis:
- Öl auf beiden Seiten. Blech und Teiglinge bepinseln oder mit Ölsprüher benetzen — ohne Fett auf der Oberfläche bleibt die Falafel blass und trocken statt kross.
- Blech vorheizen. Wer es noch knuspriger mag, heizt das Blech mit auf und setzt die Taler auf die heiße Fläche. Die Unterseite röstet dann sofort an.
- Nicht zu fein mixen. Eine glatte Masse backt kompakt und schwer. Die grobe, krümelige Struktur ist genau das, was die Falafel innen locker macht.
- Platz auf dem Blech lassen. Liegen die Taler zu dicht, staut sich Dampf zwischen ihnen und die Ränder weichen auf. Lieber zwei Bleche nacheinander.
Warum Falafel zerfallen — und was dagegen hilft
- Gekochte oder Dosen-Kichererbsen verwendet. Das ist mit Abstand der häufigste Grund. Sie bringen viel Wasser und kaum bindefähige Stärke mit. Wenn es unbedingt schnell gehen muss: Kichererbsen sehr gut abtrocknen, 2–3 EL Mehl zusätzlich einplanen und dünnere Taler formen — die Konsistenz bleibt weicher als beim Original.
- Masse zu nass. Esslöffelweise Kichererbsenmehl unterrühren, bis sich die Masse ohne Kleben formen lässt. Ist sie zu trocken und bröselt beim Formen, hilft ein Schuss Wasser oder Olivenöl.
- Kühlzeit übersprungen. 30 Minuten im Kühlschrank lassen die Stärke quellen und die Masse fester werden. Ohne diesen Schritt reißen die Taler beim Wenden.
- Zu früh gewendet. Erst wenn die Unterseite sichtbar gebräunt ist, hält sie zusammen. Wer nach zehn Minuten nachschaut und schiebt, produziert Bruch.
Ofen, Pfanne oder Heißluftfritteuse?
Dieselbe Masse funktioniert in drei Geräten — mit unterschiedlichen Zeiten und Ergebnissen. Falafel aus dem Ofen sind der entspannteste Weg für größere Mengen, weil ein Blech alle Portionen auf einmal fasst.
| Zubereitung | Temperatur | Zeit | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Backofen | 200 °C Ober-/Unterhitze | 25–30 Min., 1x wenden | gleichmäßig knusprig, große Mengen auf einmal |
| Heißluftfritteuse | 180–200 °C | 12–17 Min., nach der Hälfte wenden | am krossesten, aber nur 1–2 Lagen pro Durchgang |
| Pfanne | mittlere Hitze, wenig Öl | ca. 5 Min. pro Seite | dunkle Kruste, braucht mehr Fett und Aufsicht |
In der Heißluftfritteuse gilt: Korb vorheizen, Taler nicht stapeln und die Oberseite mit Öl besprühen. Die Zeiten schwanken je nach Gerät stärker als im Ofen, deshalb beim ersten Mal ab Minute 10 kontrollieren.
Variationen und Dips
- Glutenfrei: statt Weizenmehl Kichererbsenmehl nehmen — passt geschmacklich ohnehin besser.
- Schärfer: 1/2 TL Chiliflocken oder eine fein gehackte frische Chili in die Masse.
- Mediterran: abgeriebene Zitronenschale und etwas Minze unterheben.
- Grüne Falafel: den Kräuteranteil verdoppeln (Petersilie plus Koriander) — die Masse wird intensiv grün und deutlich aromatischer.
- Als Bowl oder Wrap: mit Tahin-Dip (Tahin, Zitronensaft, Wasser, Salz), Tomaten-Gurken-Salat, Hummus und eingelegten Zwiebeln servieren.
Vorbereiten, aufbewahren, einfrieren
Die rohe Masse hält sich abgedeckt einen Tag im Kühlschrank — praktisch, wenn du am Vorabend einweichst und am nächsten Abend erst formst. Gebackene Falafel bleiben im Kühlschrank drei bis vier Tage frisch; im Ofen bei 180 °C für 5–8 Minuten aufgebacken werden sie wieder knusprig. In der Mikrowelle werden sie weich, das ist die Notlösung.
Zum Einfrieren eignen sich beide Zustände: fertig gebacken (auskühlen lassen, dann portionsweise einfrieren, bis zu sechs Monate) oder roh geformt auf einem Blech vorfrieren und danach in den Beutel umfüllen. Gefrorene rohe Taler kommen ohne Auftauen in den Ofen und brauchen etwa 5–10 Minuten länger. Für Meal Prep sind Falafel aus dem Ofen damit einer der dankbarsten Kandidaten überhaupt.
Nährwerte und was drin steckt
Eine Portion (5 Falafel) liegt bei rund 310 kcal und etwa 13 g pflanzlichem Eiweiß — gerechnet mit knapp 380 kcal und gut 20 g Protein je 100 g getrockneter Kichererbsen (Nährwertdaten getrocknete Kichererbsen) plus dem Öl zum Bepinseln. Gegenüber der frittierten Variante sparst du vor allem Fett: Beim Frittieren nimmt die poröse Oberfläche deutlich mehr Öl auf als die zwei bis drei Esslöffel, die hier aufs Blech und auf die Taler kommen.
Dazu kommen Ballaststoffe aus der Hülsenfrucht, die lange satt halten. Als Hauptgericht rechnest du fünf bis sechs Falafel pro Person plus Beilage, als Vorspeise oder Fingerfood reichen zwei bis drei.
Häufige Fragen
Kann ich für Falafel aus dem Ofen Kichererbsen aus der Dose nehmen?
Notfalls ja, das Ergebnis wird aber weicher und die Falafel fallen leichter auseinander. Für knusprige Ofen-Falafel sind über Nacht eingeweichte, rohe Kichererbsen klar besser.
Muss ich die Kichererbsen vorher kochen?
Nein. Die getrockneten Kichererbsen werden nur 12–24 Stunden eingeweicht und roh verarbeitet. Erst beim Backen garen sie durch — ihre Stärke bindet den Teig ganz ohne Ei.
Warum fallen meine Falafel auseinander?
Meist ist die Masse zu nass oder es wurden gekochte Kichererbsen verwendet. Hilft: gut abtrocknen, etwas Kichererbsenmehl unterrühren und die Masse vor dem Formen 30 Minuten kühlen.
Wie lange und bei welcher Temperatur backe ich Falafel im Ofen?
Bei 200 °C Ober-/Unterhitze (180 °C Umluft) 25–30 Minuten, nach der Hälfte der Zeit wenden. Blech und Teiglinge vorher mit Öl bepinseln.
Kann ich Falafel einfrieren?
Ja, roh geformt oder fertig gebacken, bis zu sechs Monate. Gefrorene rohe Taler kommen ohne Auftauen in den Ofen und brauchen rund 5–10 Minuten länger.
Gehen Falafel auch in der Heißluftfritteuse?
Ja: bei 180–200 °C etwa 12–17 Minuten, nach der Hälfte wenden. Korb vorheizen, Taler nicht stapeln und die Oberseite mit Öl besprühen.


