Wie viele Stunden Schlaf braucht man? Tabelle nach Alter

Person schläft erholsam in einem hellen Schlafzimmer, Wecker auf dem Nachttisch im Morgenlicht

Die kurze Antwort für die meisten Erwachsenen: sieben bis neun Stunden pro Nacht. Das ist die Spanne, die die US-amerikanische National Sleep Foundation für Menschen zwischen 18 und 65 Jahren empfiehlt. Wer über 65 ist, kommt oft schon mit sieben bis acht Stunden aus, Teenager brauchen dagegen deutlich mehr.

Entscheidend ist aber nicht nur die Uhr, sondern wie du dich morgens fühlst. Wachst du ohne Wecker meist ausgeruht auf und bist tagsüber ohne Kaffee-Dauerinfusion wach, liegst du vermutlich richtig. Der Schlafbedarf verschiebt sich außerdem über das Leben: Ein Neugeborenes verschläft fast den halben Tag, ein Grundschulkind braucht rund die Hälfte davon. Hier siehst du die Richtwerte für jede Altersgruppe.

Schlafbedarf nach Alter: die Tabelle

Diese Empfehlungen stammen von der National Sleep Foundation, die den Schlafbedarf für neun Altersgruppen über die gesamte Lebensspanne festgelegt hat. Es sind Richtwerte, keine starren Vorgaben – die individuelle Spanne kann leicht darüber oder darunter liegen.

AltersgruppeEmpfohlene Schlafdauer
Neugeborene (0–3 Monate)14–17 Stunden
Säuglinge (4–11 Monate)12–15 Stunden
Kleinkinder (1–2 Jahre)11–14 Stunden
Kindergartenkinder (3–5 Jahre)10–13 Stunden
Schulkinder (6–13 Jahre)9–11 Stunden
Jugendliche (14–17 Jahre)8–10 Stunden
Junge Erwachsene (18–25 Jahre)7–9 Stunden
Erwachsene (26–64 Jahre)7–9 Stunden
Senioren (ab 65 Jahren)7–8 Stunden

Warum der Schlafbedarf mit dem Alter sinkt

In den ersten Lebensjahren passiert im Gehirn enorm viel: Nervenverbindungen entstehen, Gelerntes wird verarbeitet, der Körper wächst. Dafür braucht es viel Schlaf. Mit zunehmendem Alter sinkt dieser Bedarf und pendelt sich im Erwachsenenalter bei sieben bis neun Stunden ein.

Auffällig ist, dass die empfohlene Spanne im Alter enger wird: Während junge Erwachsene mehr Spielraum haben, wird das „Korsett“ für die ideale Schlafdauer mit den Jahren schmaler. Ältere Menschen schlafen zudem oft leichter und wachen nachts häufiger auf – das gehört zum normalen Alterungsprozess und ist nicht automatisch eine Schlafstörung.

So findest du deinen persönlichen Schlafbedarf

Die Tabelle gibt den Rahmen vor, deinen genauen Wert findest du am besten selbst heraus. Am aussagekräftigsten ist ein Zeitraum ohne Wecker – etwa im Urlaub. So gehst du vor:

  • Geh eine Woche lang zur gleichen Zeit ins Bett, wenn du müde bist, und wach ohne Wecker auf.
  • Notiere jeden Morgen, wie viele Stunden du geschlafen hast.
  • Nach ein paar Tagen pendelt sich eine relativ stabile Zahl ein – das ist grob dein natürlicher Bedarf.
  • Prüfe tagsüber: Bist du ohne mehrere Tassen Kaffee wach und leistungsfähig?

Ein einfacher Alltagstest: Wenn du nachmittags in einer ruhigen Situation regelmäßig wegnickst, bekommst du wahrscheinlich zu wenig oder zu unruhigen Schlaf.

Kurzschläfer und Langschläfer: die Ausnahmen

Vielleicht kennst du jemanden, der mit fünf Stunden auskommt und trotzdem topfit wirkt. Echte genetische Kurzschläfer gibt es tatsächlich – aber sie sind selten und machen weniger als drei Prozent der Bevölkerung aus. Wer glaubt, dazuzugehören, überschätzt sich meist und häuft still ein Schlafdefizit an.

Am anderen Ende stehen Langschläfer, die regelmäßig zehn Stunden oder mehr brauchen, um sich erholt zu fühlen. Ob du zum einen oder anderen Typ gehörst, ist zu einem großen Teil genetisch veranlagt und lässt sich nicht antrainieren. Wichtig ist der Erholungswert: Nicht die Menge allein zählt, sondern ob du morgens frisch aufwachst.

Anzeichen, dass du zu wenig schläfst

Chronischer Schlafmangel schleicht sich oft unbemerkt ein. Typische Warnsignale:

  • anhaltende Tagesmüdigkeit und das Gefühl, nie richtig wach zu sein
  • langsamere Reaktionen und Konzentrationsprobleme
  • Gereiztheit, gedrückte Stimmung, weniger Belastbarkeit
  • Heißhunger, besonders auf Süßes und Fettiges
  • häufigere Infekte, weil das Immunsystem leidet

Auch dauerhaft zu viel Schlaf kann ein Signal sein – etwa für eine unentdeckte Erkrankung oder schlechte Schlafqualität. Wenn du trotz ausreichender Stunden ständig erschöpft bist, nachts kaum durchschläfst oder länger als ein paar Wochen unter Ein- und Durchschlafproblemen leidest, sprich mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt. Schlafstörungen lassen sich gut abklären und behandeln.

Praktische Tipps für ausreichend Schlaf

Die Stundenzahl bringt wenig, wenn die Qualität nicht stimmt. Diese Gewohnheiten helfen zuverlässig:

  • Feste Zeiten: Immer etwa zur gleichen Zeit ins Bett und aufstehen – auch am Wochenende. Das stabilisiert deine innere Uhr.
  • Koffein-Stopp: Ab dem frühen Nachmittag keinen Kaffee, keine Energydrinks. Koffein wirkt länger nach, als die meisten denken.
  • Bildschirm-Pause: Eine Stunde vor dem Schlafen Handy und Laptop weglegen; das helle Licht bremst die Melatonin-Bildung.
  • Kühl und dunkel: Rund 18 Grad und ein abgedunkeltes Zimmer erleichtern das Ein- und Durchschlafen.
  • Bewegung, aber früh: Regelmäßiger Sport verbessert den Schlaf – intensive Einheiten aber nicht kurz vor dem Zubettgehen.

Am Ende ist Schlaf keine Frage der reinen Willenskraft, sondern der Routine. Gib deinem Körper ein paar Wochen mit festen Zeiten und einer ruhigen Abendroutine – meist reguliert sich der Rest von selbst.

Häufige Fragen

Wie viele Stunden Schlaf braucht ein Erwachsener?

Erwachsene zwischen 18 und 64 Jahren brauchen laut National Sleep Foundation sieben bis neun Stunden Schlaf pro Nacht. Ab 65 Jahren reichen oft sieben bis acht Stunden.

Reichen 6 Stunden Schlaf pro Nacht aus?

Für die meisten Erwachsenen sind sechs Stunden auf Dauer zu wenig. Nur seltene genetische Kurzschläfer (unter drei Prozent) sind damit voll leistungsfähig. Fühlst du dich tagsüber müde, brauchst du mehr.

Wie viel Schlaf brauchen Kinder und Jugendliche?

Schulkinder von 6 bis 13 Jahren brauchen 9 bis 11 Stunden, Jugendliche von 14 bis 17 Jahren 8 bis 10 Stunden. Je jünger das Kind, desto höher der Schlafbedarf.

Woran erkenne ich, ob ich genug schlafe?

Ein guter Indikator: Du wachst morgens meist ohne Wecker ausgeruht auf und bist tagsüber ohne ständigen Kaffee wach und konzentriert. Regelmäßiges Wegnicken am Nachmittag deutet auf zu wenig Schlaf hin.

Kann man zu viel schlafen?

Ja, dauerhaft deutlich mehr als die empfohlene Spanne kann ein Signal für schlechte Schlafqualität oder eine Erkrankung sein. Bist du trotz vieler Stunden ständig erschöpft, lass das ärztlich abklären.

Anzeige

Schau auch mal hier rein...