Croissants selber backen: buttrig-blättrig fürs Wochenende

Frisch gebackene, goldbraune Croissants mit sichtbaren Butterschichten auf einem Holzbrett beim Wochenendfrühstück

Zwischen einem flachen, brotigen Hörnchen und einem echten Croissant mit unzähligen hauchdünnen Schichten liegt genau eine Technik: das Tourieren. Dabei wird eine Butterplatte so oft in den Teig eingefaltet, dass am Ende 27 Butterschichten entstehen – die schmelzen im Ofen und drücken den Teig blättrig auseinander. Klingt nach Bäcker-Zauberei, ist aber vor allem eine Frage von Geduld und kühler Butter. Plane ein Wochenende ein: Der Teig ruht über Nacht, das aktive Arbeiten am zweiten Tag dauert keine Stunde.

Der häufigste Grund, warum selbstgebackene Croissants misslingen, ist zu warme Butter. Wird sie beim Ausrollen weich, verbindet sie sich mit dem Teig, statt saubere Schichten zu bilden – das Ergebnis sind schwere, speckige Hörnchen ohne Blätterung. Deshalb gilt in diesem Rezept: kühlen, kühlen, kühlen. Wer das beherzigt, holt sich das Wochenendfrühstück vom Lieblingsbäcker in die eigene Küche.

Zutaten für den Croissantteig

Für etwa 10 Croissants (Tag 1 vorbereiten, Tag 2 backen):

  • 500 g Weizenmehl Type 550
  • 250 ml Milch, lauwarm
  • 1/2 Würfel frische Hefe (21 g) oder 1 Päckchen Trockenhefe
  • 50 g Zucker
  • 10 g Salz
  • 1 Ei (Größe M)

Für die Tourierbutter

  • 250 g Butter (kalt, mindestens 82 % Fett – keine Margarine)

Zum Bestreichen

  • 1 Eigelb
  • 2 EL Milch

Zubereitung Schritt für Schritt

  1. Teig kneten (Tag 1): Mehl, Zucker und Salz mischen. Hefe in der lauwarmen Milch auflösen, mit dem Ei zur Mehlmischung geben und alles 5–8 Minuten zu einem glatten, geschmeidigen Teig kneten. Nicht zu lange – er soll nicht zu elastisch werden.
  2. Erste Ruhe: Teig zu einem flachen Rechteck drücken, in Folie wickeln und 1 Stunde bei Zimmertemperatur, danach über Nacht (mindestens 8 Stunden) in den Kühlschrank legen.
  3. Butterplatte formen: Die kalte Butter zwischen zwei Lagen Backpapier zu einem Quadrat von etwa 18 x 18 cm und 6 mm Dicke ausrollen. Wieder kalt stellen. Teig und Butter sollten die gleiche Festigkeit haben – die Butter darf sich biegen lassen, ohne zu brechen.
  4. Butter einschlagen (Tag 2): Den Teig zu einem Rechteck ausrollen, das doppelt so groß ist wie die Butterplatte. Butter mittig auflegen und die beiden Teigenden darüberklappen, sodass die Butter komplett eingepackt ist. Ränder gut andrücken.
  5. Erste Tour: Teig zu einem langen Rechteck ausrollen (etwa 60 cm), gedanklich in Drittel teilen und wie einen Brief einschlagen: unteres Drittel nach oben, oberes Drittel darüber. Das ist eine einfache Tour. In Folie wickeln und 30 Minuten kühlen.
  6. Zweite und dritte Tour: Diesen Vorgang noch zweimal wiederholen – immer um 90 Grad gedreht ausrollen, einschlagen, jeweils 30 Minuten kühlen. Nach drei Touren stecken 27 Butterschichten im Teig.
  7. Ausrollen und schneiden: Teig auf etwa 4 mm Dicke zu einem langen Rechteck (ca. 20 cm hoch) ausrollen. In gleichschenklige Dreiecke mit rund 10 cm Basis schneiden.
  8. Formen: Jedes Dreieck von der breiten Basis her locker zum Croissant aufrollen – nicht zu fest, sonst geht es beim Backen nicht auf. Spitze nach unten aufs mit Backpapier belegte Blech legen und leicht zur Mondsichel biegen.
  9. Endgare: Croissants abgedeckt bei warmer Zimmertemperatur (maximal 24 °C) 1,5–2 Stunden gehen lassen, bis sie sichtbar aufgegangen und leicht wackelig sind. Zu warm stellen lässt die Butter auslaufen.
  10. Backen: Ofen auf 220 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eigelb mit Milch verquirlen, Croissants dünn bestreichen. 10 Minuten bei 220 °C anbacken, dann auf 190 °C reduzieren und weitere 10–15 Minuten goldbraun backen.

Frisch gebackene, goldbraune Croissants mit sichtbaren Butterschichten auf einem Holzbrett beim Wochenendfrühstück

Croissants selber backen

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Portionen: 10 Vorbereitungszeit: Kochzeit:
Nährwerte: 200 calories 20 grams fat
Bewertung: 5.0/5
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Zutaten

  • 500 g Weizenmehl Type 550
  • 250 ml Milch, lauwarm
  • 1/2 Würfel frische Hefe (21 g)
  • 50 g Zucker
  • 10 g Salz
  • 1 Ei (Größe M)
  • 250 g kalte Butter (mind. 82 % Fett) zum Tourieren
  • 1 Eigelb und 2 EL Milch zum Bestreichen

Zubereitung

Mehl, Zucker und Salz mischen. Hefe in lauwarmer Milch auflösen, mit dem Ei zugeben und 5-8 Minuten zu einem glatten Teig kneten.
Teig flach drücken, 1 Stunde bei Zimmertemperatur, dann über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen.
Kalte Butter zwischen Backpapier zu einem Quadrat von 18 x 18 cm (6 mm dick) ausrollen und kühl stellen.
Teig ausrollen, Butterplatte einpacken und über drei einfache Touren einschlagen, dazwischen jeweils 30 Minuten kühlen.
Teig auf 4 mm ausrollen, in Dreiecke schneiden und locker zu Croissants aufrollen.
1,5-2 Stunden abgedeckt gehen lassen, mit Eigelb-Milch bestreichen.
10 Minuten bei 220 °C anbacken, dann bei 190 °C 10-15 Minuten goldbraun fertig backen.

Tipps, damit die Schichten wirklich blättern

  • Butter und Teig gleich kühl halten: Sobald die Butter beim Ausrollen zu schwitzen beginnt, sofort zurück in den Kühlschrank. Lieber eine Kühlpause mehr als eine zu wenig.
  • Scharfes Messer statt Pizzaroller: Beim Schneiden der Dreiecke die Schichten sauber durchtrennen, nicht quetschen – sonst kleben die Ränder zusammen und das Croissant öffnet sich nicht.
  • Nur die Oberseite bestreichen: Läuft Eistreiche in die Schnittkanten, verkleben die Schichten am Rand und die Blätterung fällt flacher aus.
  • Zügig arbeiten: Je länger der Teig auf der warmen Arbeitsfläche liegt, desto weicher wird die Butter. Bemehlte Fläche, kalte Hände, schnelle Handgriffe.
  • Küche zu warm? An heißen Tagen die Arbeitsplatte kurz mit einem Kühlakku herunterkühlen oder früh am Morgen backen.

Variationen fürs Wochenendfrühstück

  • Pain au chocolat: Statt Dreiecke rechteckige Teigstücke schneiden, zwei Riegel dunkle Schokolade einrollen – die klassische Schoko-Variante.
  • Herzhaft: Vor dem Aufrollen eine Scheibe Käse und Schinken auf das Dreieck legen. Perfekt für ein deftiges Frühstück oder Brunch.
  • Vollkorn-Anteil: Bis zu 150 g des Mehls durch fein gemahlenes Vollkornmehl ersetzen – die Croissants werden etwas kompakter, dafür nussiger im Geschmack.
  • Mini-Croissants: Dreiecke halbieren und kleinere Hörnchen formen – ideal fürs Buffet und in 12–15 Minuten durchgebacken.
  • Auf Vorrat: Geformte, ungebackene Croissants einfrieren. Über Nacht im Kühlschrank auftauen, morgens gehen lassen und frisch backen.

Häufige Fragen

Warum werden meine Croissants nicht blättrig?

Meist ist die Butter beim Tourieren zu warm geworden und hat sich mit dem Teig verbunden. Halte Teig und Butter stets gut gekühlt und lege zwischen den Touren immer eine Kühlpause ein.

Welche Butter eignet sich zum Tourieren?

Am besten kalte Butter mit mindestens 82 % Fettgehalt. Sie lässt sich biegen, ohne zu brechen, und bildet saubere Schichten. Margarine oder wasserreiche Streichfette sind nicht geeignet.

Kann ich den Croissantteig vorbereiten und einfrieren?

Ja. Forme die Croissants fertig und friere sie ungebacken ein. Über Nacht im Kühlschrank auftauen, morgens bei Zimmertemperatur gehen lassen und frisch backen.

Wie lange sind selbstgebackene Croissants haltbar?

Am besten schmecken sie frisch. Ein bis zwei Tage bleiben sie in einer Papiertüte genießbar. Kurz im Ofen bei 160 °C aufgebacken werden sie wieder knusprig.

Wie viele Touren braucht ein Croissant?

Drei einfache Touren reichen. Dabei entstehen 3 × 3 × 3 = 27 Butterschichten, die im Ofen für die typische Blätterung sorgen.

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