Cremig wird diese Lasagne nicht durch Käse, sondern durch eine Béchamel mit eingeweichten Cashewkernen: Sie geben der Sauce einen vollmundigen, fast sahnigen Körper, ohne dass etwas Tierisches in die Form kommt. Die herzhafte Tiefe steckt in der Linsen-Bolognese – braune Linsen behalten Biss und übernehmen den Part, den sonst Hackfleisch spielt. In gut 80 Minuten steht eine Lasagne auf dem Tisch, die auch Mischköstler nicht als Verzicht erkennen.
Zwei Dinge entscheiden über das Ergebnis: eine Bolognese, die nicht zu flüssig ist, und eine Béchamel, die wirklich eindickt. Dann saugen die Lasagneblätter genug Feuchtigkeit auf, ohne dass die Lasagne beim Anschneiden auseinanderläuft.
Zutaten
Für eine Auflaufform von etwa 20 × 30 cm, 4–6 Portionen.
Für die Linsen-Bolognese
- 200 g braune Linsen oder Berglinsen (alternativ 150 g rote Linsen für eine cremigere Sauce)
- 2 EL Olivenöl
- 1 Zwiebel, fein gewürfelt
- 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
- 1 Karotte, fein gewürfelt
- 1 Stange Staudensellerie, fein gewürfelt
- 2 EL Tomatenmark
- 100 ml Rotwein (optional)
- 700 g passierte Tomaten
- 300 ml Gemüsebrühe
- 1 Lorbeerblatt
- 1–2 TL getrocknete italienische Kräuter
- Salz, Pfeffer, 1 Prise Zucker
Für die Cashew-Béchamel
- 60 g Cashewkerne, 30 Minuten in heißem Wasser eingeweicht
- 40 g vegane Butter oder Margarine
- 40 g Mehl
- 600 ml ungesüßte Sojamilch (oder Hafermilch)
- 3 EL Hefeflocken
- ½ TL Salz, Pfeffer, frisch geriebene Muskatnuss
- 1 TL mittelscharfer Senf (optional, für mehr Würze)
Zum Schichten und Überbacken
- 9–12 Lasagneblätter (ohne Ei)
- 3 EL Semmelbrösel
- 1 EL Olivenöl
- 1 EL Hefeflocken
- frisches Basilikum zum Servieren
Zubereitung
- Linsen in einem Sieb abspülen. Olivenöl in einem Topf erhitzen und Zwiebel, Knoblauch, Karotte und Sellerie bei mittlerer Hitze etwa 5 Minuten weich dünsten.
- Tomatenmark einrühren und 1 Minute mitrösten, bis es dunkler wird. Mit Rotwein ablöschen und kurz einkochen lassen.
- Linsen, passierte Tomaten, Gemüsebrühe, Lorbeerblatt und Kräuter zugeben. Aufkochen, dann zugedeckt 25–30 Minuten leise köcheln, bis die Linsen weich sind. Mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker abschmecken. Die Sauce soll dicklich sein, nicht suppig – bei Bedarf offen noch etwas einkochen.
- Für die Béchamel die eingeweichten Cashewkerne abgießen und mit 150 ml der Sojamilch fein pürieren. Beiseitestellen.
- Vegane Butter in einem Topf schmelzen, Mehl einrühren und 1 Minute hell anschwitzen. Restliche Sojamilch nach und nach unter ständigem Rühren angießen, damit keine Klümpchen entstehen.
- Cashew-Püree einrühren und die Sauce unter Rühren 8–10 Minuten köcheln, bis sie merklich eindickt. Mit Hefeflocken, Salz, Pfeffer, Muskat und Senf abschmecken.
- Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Etwas Béchamel auf den Boden der Form streichen, damit nichts ansetzt.
- Abwechselnd schichten: Lasagneblätter, Linsen-Bolognese, etwas Béchamel. So fortfahren und mit einer großzügigen Béchamel-Schicht abschließen, sodass die Blätter vollständig bedeckt sind.
- Semmelbrösel mit Olivenöl und Hefeflocken mischen und über die Lasagne streuen – das ergibt die goldene Kruste ganz ohne Käse.
- 35–40 Minuten backen, bis die Oberfläche goldbraun ist und ein Messer ohne Widerstand durch die Blätter gleitet. Vor dem Anschneiden 10 Minuten ruhen lassen und mit frischem Basilikum servieren.

Zutaten
- 200 g braune Linsen oder Berglinsen
- 2 EL Olivenöl
- 1 Zwiebel, fein gewürfelt
- 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
- 1 Karotte, fein gewürfelt
- 1 Stange Staudensellerie, fein gewürfelt
- 2 EL Tomatenmark
- 100 ml Rotwein (optional)
- 700 g passierte Tomaten
- 300 ml Gemüsebrühe
- 1 Lorbeerblatt
- 1–2 TL getrocknete italienische Kräuter
- Salz, Pfeffer, 1 Prise Zucker
- 60 g Cashewkerne, eingeweicht
- 40 g vegane Butter oder Margarine
- 40 g Mehl
- 600 ml ungesüßte Sojamilch
- 3 EL Hefeflocken
- ½ TL Salz, Pfeffer, Muskatnuss
- 9–12 Lasagneblätter (ohne Ei)
- 3 EL Semmelbrösel
- frisches Basilikum zum Servieren
Zubereitung
Linsen abspülen. Zwiebel, Knoblauch, Karotte und Sellerie in Olivenöl 5 Minuten weich dünsten.
Tomatenmark mitrösten, mit Rotwein ablöschen und kurz einkochen.
Linsen, passierte Tomaten, Brühe, Lorbeer und Kräuter zugeben und 25–30 Minuten zugedeckt köcheln, bis die Linsen weich und die Sauce dicklich ist. Abschmecken.
Eingeweichte Cashews mit 150 ml Sojamilch fein pürieren.
Butter schmelzen, Mehl anschwitzen, restliche Sojamilch unter Rühren angießen, Cashew-Püree einrühren und 8–10 Minuten zu einer cremigen Béchamel binden. Mit Hefeflocken, Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.
Etwas Béchamel in die Form streichen, dann abwechselnd Lasagneblätter, Bolognese und Béchamel schichten und mit Béchamel abschließen.
Semmelbrösel mit Olivenöl und Hefeflocken mischen, darüberstreuen und bei 200 °C 35–40 Minuten goldbraun backen.
10 Minuten ruhen lassen und mit Basilikum servieren.
Tipps gegen wässrige Lasagne
- Bolognese dick genug einkochen: Eine zu flüssige Sauce ist der häufigste Grund für eine matschige Lasagne. Sie sollte am Löffel haften, bevor sie in die Form kommt.
- Béchamel wirklich eindicken lassen: Erst wenn sie sichtbar einen Löffelrücken überzieht, hat sie genug Bindung. Eine zu dünne Sauce zieht in die Blätter und hinterlässt eine wässrige Form.
- Ruhezeit einhalten: Die 10 Minuten nach dem Backen sind kein Luxus – in dieser Zeit setzt sich die Lasagne und lässt sich sauber schneiden.
- Blätter komplett bedecken: Freiliegende Lasagneblätter werden hart. Lieber etwas mehr Sauce als zu wenig.
- Aufbewahrung: Reste halten zugedeckt 3 Tage im Kühlschrank und lassen sich portionsweise einfrieren. Aufgetaut bei 180 °C abgedeckt aufwärmen.
Variationen
- Extra cremig mit roten Linsen: Rote Linsen zerfallen beim Kochen und machen die Bolognese von sich aus samtiger – dafür Garzeit auf 15–20 Minuten verkürzen.
- Mehr Gemüse: Eine Handvoll Babyspinat, gewürfelte Zucchini oder angebratene Champignons zwischen die Schichten geben für mehr Volumen und Nährstoffe.
- Glutenfrei: Glutenfreie Lasagneblätter verwenden und das Mehl in der Béchamel durch 30 g Maisstärke ersetzen (in etwas kalter Pflanzenmilch anrühren).
- Ohne Cashew: Bei Nussallergie die Béchamel nur mit Pflanzenmilch zubereiten und mit 1–2 EL mehr Hefeflocken würzen – etwas weniger sahnig, aber genauso ohne Käse.
- Proteinreicher: Die Hälfte der Linsen durch gebratenes Soja-Granulat ersetzen, das vorher in Gemüsebrühe eingeweicht wurde.
Häufige Fragen
Wird die Lasagne ohne Käse wirklich cremig?
Ja. Die Cremigkeit kommt aus einer Béchamel mit pürierten Cashewkernen und Hefeflocken. Sie überzieht die Schichten sahnig, ohne dass Käse nötig ist.
Kann ich rote statt braune Linsen nehmen?
Ja. Rote Linsen zerfallen schneller und machen die Bolognese cremiger. Dann nur etwa 15–20 Minuten kochen und auf eine dickliche Konsistenz achten.
Warum wird meine vegane Lasagne wässrig?
Meist ist die Bolognese oder Béchamel zu dünn. Bolognese gut einkochen, Béchamel 8–10 Minuten binden lassen und die fertige Lasagne 10 Minuten ruhen lassen.
Kann ich die vegane Lasagne vorbereiten oder einfrieren?
Ja. Geschichtet hält sie zugedeckt einen Tag im Kühlschrank vor dem Backen. Gebacken lässt sie sich 3 Tage kühlen oder portionsweise einfrieren.
Welche Linsen ersetzen Hackfleisch am besten?
Braune Linsen oder Berglinsen behalten Biss und kommen der Hack-Textur am nächsten. Rote Linsen eignen sich eher, wenn die Sauce sämig sein soll.


