Knusprige Haut entscheidet über Erfolg oder Misserfolg bei der Peking-Ente – und genau die misslingt zu Hause am häufigsten. Der Grund ist fast immer derselbe: zu viel Restfeuchtigkeit in der Haut. Wer die Ente vorher mit kochendem Wasser übergießt, dünn glasiert und über Nacht im Kühlschrank trocknen lässt, bekommt auch im normalen Backofen die lackartig glänzende, splittrige Haut, für die das Gericht berühmt ist. Dieses Rezept führt dich Schritt für Schritt durch genau diese Technik – ohne Spezialofen, mit Zutaten aus dem gut sortierten Supermarkt oder Asialaden.
Plane für das beste Ergebnis einen Tag Vorlauf ein: Die eigentliche Arbeit beträgt rund 40 Minuten, dazu kommen das Trocknen über Nacht und etwa 90 Minuten im Ofen. Serviert wird klassisch als Wrap – dünne Pfannkuchen, Hoisin-Sauce, Frühlingszwiebeln und Gurke.
Zutaten für die Peking-Ente
Die Mengen reichen für 4 Personen als Hauptgericht. Wichtig ist vor allem eine frische, gut ausgewachsene Ente von etwa 2 bis 2,5 kg – die Qualität der Haut bestimmt das Ergebnis.
- 1 frische Ente (ca. 2–2,5 kg)
- 1,5 l kochendes Wasser (zum Überbrühen der Haut)
- 2 EL Maltose (ersatzweise 1 EL Honig + 1 EL heißes Wasser)
- 120 ml heißes Wasser (für die Glasur)
- 1 TL Reisessig
- 1 TL Fünf-Gewürze-Pulver
- 2 TL Salz
- 1 TL Sojasauce
Zum Servieren:
- 8–12 dünne Mandarin-Pfannkuchen (fertig aus dem Asialaden oder selbst gemacht)
- 4–6 EL Hoisin-Sauce
- 3 Frühlingszwiebeln, in feine Streifen geschnitten
- ½ Salatgurke, in Stifte geschnitten
Zubereitung
Der Ablauf gliedert sich in drei Phasen: vorbereiten und überbrühen, trocknen und glasieren, rösten. Plane das Trocknen über Nacht ein – diese Wartezeit ist die eigentliche Geheimwaffe für die knusprige Haut.
- Ente vorbereiten: Innereien und Federreste entfernen, die Ente innen und außen kalt abspülen und gründlich mit Küchenpapier trocken tupfen. Die Haut rundherum mit einer Gabel oder einem spitzen Messer dicht einstechen – nur die Haut, nicht ins Fleisch –, damit das Fett später austreten kann.
- Haut überbrühen: Die Ente auf einen Gitterrost über die Spüle legen und langsam mit etwa 1,5 l kochendem Wasser übergießen, dabei einmal wenden. Das Brühwasser strafft die Haut und löst sie leicht von der Fettschicht – die Basis dafür, dass sie beim Rösten aufgeht statt fettig zu bleiben. Anschließend erneut sehr gründlich trocken tupfen.
- Glasieren: Maltose (oder Honig), 120 ml heißes Wasser und den Reisessig glatt rühren. Die komplette Haut dünn damit einpinseln. Innen die Ente mit Salz, Fünf-Gewürze-Pulver und Sojasauce ausreiben.
- Trocknen: Die Ente unbedeckt auf dem Rost über einem Blech in den Kühlschrank stellen – idealerweise 24 Stunden, mindestens aber über Nacht. Nach etwa 1 Stunde ein zweites Mal mit der Glasur bestreichen. Je trockener die Haut, desto knuspriger das Ergebnis.
- Erste Röstphase: Den Ofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Ente mit der Brust nach oben auf den Rost legen, ein Blech mit etwas Wasser darunter fängt das Fett auf. 15 Minuten bei 200 °C rösten.
- Zweite Röstphase: Die Temperatur auf 180 °C reduzieren und die Ente weitere 60 bis 75 Minuten rösten. Flügelspitzen und Keulenenden bei Bedarf mit Alufolie abdecken, damit sie nicht verbrennen. Fertig ist die Ente, wenn die Kerntemperatur im dicksten Teil des Schenkels mindestens 75 °C erreicht und die Haut tief goldbraun ist.
- Ruhen und knusprig halten: Die Ente 10 Minuten ruhen lassen. Ist die Haut noch nicht knusprig genug, kurz unter den Grill (220 °C) schieben und dabei nicht aus den Augen lassen.

Zutaten
- 1 frische Ente (ca. 2–2,5 kg)
- 1,5 l kochendes Wasser zum Überbrühen
- 2 EL Maltose (oder 1 EL Honig + 1 EL heißes Wasser)
- 120 ml heißes Wasser für die Glasur
- 1 TL Reisessig
- 1 TL Fünf-Gewürze-Pulver
- 2 TL Salz
- 1 TL Sojasauce
- 8–12 dünne Mandarin-Pfannkuchen
- 4–6 EL Hoisin-Sauce
- 3 Frühlingszwiebeln
- ½ Salatgurke
Zubereitung
Ente putzen, trocken tupfen und die Haut dicht einstechen.
Mit 1,5 l kochendem Wasser übergießen, wenden und erneut gründlich trocken tupfen.
Maltose, heißes Wasser und Reisessig verrühren, die Haut dünn einpinseln; innen mit Salz, Fünf-Gewürze-Pulver und Sojasauce ausreiben.
Unbedeckt auf einem Rost 24 Stunden (mind. über Nacht) im Kühlschrank trocknen, nach 1 Stunde erneut glasieren.
Bei 200 °C Ober-/Unterhitze 15 Minuten rösten.
Auf 180 °C reduzieren und 60–75 Minuten rösten, bis die Kerntemperatur im Schenkel 75 °C erreicht.
10 Minuten ruhen lassen, bei Bedarf kurz bei 220 °C nachknuspern und als Wrap mit Pfannkuchen, Hoisin, Frühlingszwiebel und Gurke servieren.
Häufige Fragen
Kann ich die Peking-Ente im Airfryer zubereiten?
Eine ganze Ente passt meist nicht in den Airfryer, eine Entenbrust aber gut: bei 180 °C rund 20–25 Minuten, die letzten Minuten bei 200 °C für knusprige Haut.
Wie lange muss die Ente vor dem Garen trocknen?
Idealerweise 24 Stunden, mindestens aber über Nacht – unbedeckt auf einem Rost im Kühlschrank. Je trockener die Haut, desto knuspriger das Ergebnis.
Warum wird die Haut nicht knusprig?
Meist ist die Haut zu feucht. Übergieße sie mit kochendem Wasser, tupfe sie trocken, lass sie über Nacht trocknen und röste am Ende kurz bei 220 °C.
Welche Ente eignet sich am besten?
Eine frische, gut ausgewachsene Ente von etwa 2 bis 2,5 kg. Frische Tiere haben eine festere Haut, die beim Rösten besser aufgeht als die von Tiefkühlware.
Welche Getränke passen zur Peking-Ente?
Klassisch passt grüner oder Jasmintee, der das Fett gut ausgleicht. Bei Wein harmonieren ein leichter Pinot Noir oder ein fruchtiger Riesling.
Hoisin-Sauce und Beilagen
Klassisch wird die Ente in dünnen Pfannkuchen serviert. Eine schnelle Hoisin-Dip-Variante: 4 EL Hoisin-Paste mit 1 EL Sesamöl, 1 TL Reisessig und 1 TL Honig glatt rühren und leicht erwärmen. Dazu Frühlingszwiebel- und Gurkenstreifen sowie kurz gedünsteten Chinakohl reichen.
So baust du den Wrap: Pfannkuchen kurz erwärmen, dünn mit Hoisin-Sauce bestreichen, ein Stück Fleisch und ein Stück knusprige Haut darauflegen, Frühlingszwiebel und Gurke dazugeben, einrollen und genießen.
Variationen
- Peking-Ente aus dem Airfryer: Für eine kleinere Entenbrust statt der ganzen Ente funktioniert der Airfryer gut – bei 180 °C rund 20–25 Minuten mit der Hautseite nach oben, die letzten Minuten bei 200 °C für extra Knusprigkeit. Die ganze Ente passt in die meisten Geräte allerdings nicht hinein.
- Vegetarische Version mit Tofu: Festen Tofu in Scheiben schneiden, wie die Ente marinieren, in angefeuchtetes Reispapier wickeln und bei 200 °C goldbraun und knusprig backen. Serviert wird ebenso mit Pfannkuchen, Hoisin und Gemüse.
- Andere Beilagen: Gedämpfter Pak Choi mit Knoblauch, gebratener Jasminreis oder Klebreis mit Ingwer passen ebenfalls gut. Statt Hoisin schmeckt auch Pflaumensauce für eine süßere Note.


