Montag, Mittwoch, Freitag – jeweils 20 bis 25 Minuten, acht Übungen, dazwischen je ein Ruhetag: Das ist der komplette Plan. Ein Ganzkörper-Workout ohne Geräte belastet in jeder Einheit Beine, Po, Rumpf, Brust, Schultern und Arme gemeinsam, und darin liegt für Anfänger der Vorteil – jede Muskelgruppe bekommt drei Reize pro Woche statt nur einem wie in einem Splitplan.
Unten stehen der Wochenplan mit Sätzen, Wiederholungen und Pausen, die acht Übungen mit sauberer Ausführung samt je einer leichteren und einer schwereren Variante sowie die Stellschrauben, mit denen das Training über acht Wochen härter wird – ohne einen Euro für Equipment.
Der Wochenplan: 3 Einheiten, feste Ruhetage
Zwischen zwei Einheiten liegt mindestens ein Tag Pause. Stärker wird der Muskel nicht im Training, sondern in der Erholung danach. Wer nur zweimal pro Woche Zeit hat, streicht den Mittwoch – zwei durchgezogene Einheiten schlagen drei geplante, von denen eine regelmäßig ausfällt.
| Tag | Programm | Dauer |
|---|---|---|
| Montag | Aufwärmen + alle 8 Übungen + Dehnen | 20–25 Min. |
| Dienstag | Ruhetag oder lockerer Spaziergang | – |
| Mittwoch | Aufwärmen + alle 8 Übungen + Dehnen | 20–25 Min. |
| Donnerstag | Ruhetag | – |
| Freitag | Aufwärmen + alle 8 Übungen + Dehnen | 20–25 Min. |
| Samstag/Sonntag | frei, gern Bewegung ohne Plan (Rad, Wandern) | – |
Innerhalb einer Einheit arbeitest du die acht Übungen der Reihe nach ab: erst Beine, dann Oberkörper, zum Schluss Rumpf. Alle Sätze einer Übung hintereinander, danach zur nächsten wechseln. Wenn dir das zu langsam geht, machst du daraus einen Zirkel – eine Runde über alle acht Übungen ohne Pause, zwei Minuten verschnaufen, nächste Runde.
Sätze, Wiederholungen und Pausen über 8 Wochen
Diese Steigerung ist der eigentliche Plan. Ohne sie trainierst du in Woche acht dasselbe wie in Woche eins – und der Körper hat keinen Grund, sich anzupassen.
| Woche | Sätze je Übung | Wiederholungen | Plank & Superman | Satzpause |
|---|---|---|---|---|
| 1–2 | 2 | 8–10 | 20 Sek. | 90 Sek. |
| 3–4 | 2 | 12–15 | 30 Sek. | 90 Sek. |
| 5–6 | 3 | 10–12 | 40 Sek. | 75 Sek. |
| 7–8 | 3 | 12–15 | 45–60 Sek. | 60 Sek. |
Der letzte Satz jeder Übung soll sich anstrengend anfühlen: zwei bis drei Wiederholungen sollten am Ende noch möglich sein, mehr nicht. Fühlt sich ein Satz zu leicht an, wechselst du bei dieser Übung sofort in die schwerere Variante – auch wenn die Woche laut Tabelle noch läuft.
Was du brauchst
- Eine weiche Unterlage – Yoga- oder Gymnastikmatte, damit Knie, Ellbogen und Wirbelsäule am Boden geschützt sind.
- Einen stabilen Stuhl oder die Couchkante – für Dips und erhöhte Liegestütze. Rollhocker sind tabu.
- Rund 2 m² Platz, rutschfeste Socken oder barfuß.
- Eine Timer-App für Plank, Superman und die Satzpausen.
- Ein Blatt Papier oder eine Notiz-App – Wiederholungen mitschreiben. Ohne Zahlen merkst du nicht, ob du dich steigerst.
Aufwärmen: 4 Minuten, nicht überspringen
Kalte Muskeln in die erste Kniebeuge zu schicken, ist der häufigste Startfehler. Vier Minuten reichen:
- Hampelmann: 45 Sekunden, lockeres Tempo. Gelenkschonend: Arme heben, Beine abwechselnd zur Seite tippen.
- Knieheben im Stand: 45 Sekunden, Arme aktiv mitschwingen.
- Hüft- und Schulterkreisen: je 10 Wiederholungen pro Richtung.
- 10 Kniebeugen ohne Tempo, nur halbtief – gleichzeitig die Technikprobe für den ersten Satz.
Die 8 Übungen für den ganzen Körper
Jede Wiederholung läuft langsam und kontrolliert: etwa zwei Sekunden absenken, kurz halten, ohne Schwung wieder hoch. Kontrolle fordert die Muskulatur stärker als schnelles Durchreißen und schont die Gelenke. Ausatmen, wenn es anstrengend wird.
1. Kniebeuge – Beine und Po
Füße schulterbreit, Zehen leicht nach außen. Gesäß nach hinten schieben, als wolltest du dich setzen, und absenken, bis die Oberschenkel etwa parallel zum Boden sind. Knie zeigen in Richtung der Zehen, der Rücken bleibt gerade, die Fersen bleiben am Boden. Über die Fersen wieder hochdrücken.
Leichter: bis zur Stuhlkante absenken und kurz aufsetzen. Schwerer: unten zwei Sekunden halten oder das hintere Bein auf den Stuhl legen (Split Squat).
2. Ausfallschritt – Beine einzeln
Aus dem Stand ein großer Schritt nach vorn, das hintere Knie sinkt Richtung Boden, das vordere bleibt über dem Knöchel. Mit Druck über die vordere Ferse zurück in den Stand, dann Seite wechseln. 8 bis 12 Wiederholungen pro Bein.
Leichter: an der Wand abstützen und kleiner ausschreiten. Schwerer: rückwärts ausfallen und unten zwei Sekunden halten.
3. Liegestütz – Brust, Schultern, Trizeps
Als Anfänger startest du erhöht: Hände auf Tisch- oder Stuhlkante, Körper in einer geraden Linie von Kopf bis Ferse, Ellbogen dicht am Körper vorbei. Brust kontrolliert absenken, dann hochdrücken. Je tiefer die Handposition, desto schwerer die Übung.
Leichter: Hände an Küchenarbeitsplatte oder Wand. Schwerer: Stufe für Stufe tiefer – Sofakante, Knie am Boden, klassischer Liegestütz.
4. Trizeps-Dip am Stuhl – Armrückseite
Vor den Stuhl setzen, Hände greifen die Kante hinter dir, Po schwebt davor. Ellbogen nach hinten beugen und absenken, bis sie etwa 90 Grad erreichen – nicht tiefer. Dann wieder hochdrücken.
Leichter: Knie stark gebeugt, Füße nah am Stuhl. Schwerer: Beine strecken, Fersen weit weg. Bei Schulterschmerzen ersetzt du die Übung durch enge Liegestütze an der Wand.
5. Beckenheben – Po und hintere Oberschenkel
Auf den Rücken legen, Knie aufstellen, Füße hüftbreit dicht am Gesäß. Becken heben, bis Oberkörper und Oberschenkel eine Linie bilden, oben den Po eine Sekunde fest anspannen. Langsam absenken, ohne ganz abzulegen.
Schwerer: ein Bein ausstrecken und einbeinig drücken, oder die Füße auf den Stuhl legen.
6. Unterarmstütz (Plank) – Rumpf
Auf die Unterarme stützen, Ellbogen unter den Schultern, Körper bildet eine gerade Linie. Bauch und Po anspannen, Becken leicht nach hinten kippen, damit kein Hohlkreuz entsteht. Diese Übung läuft nach Zeit, nicht nach Wiederholungen.
Leichter: Knie am Boden oder Unterarme auf der Sofakante. Schwerer: abwechselnd ein Bein wenige Zentimeter anheben.
7. Superman – unterer Rücken
In Bauchlage die Arme nach vorn strecken. Arme, Brust und Beine gleichzeitig wenige Zentimeter vom Boden heben, zwei Sekunden halten, kontrolliert ablegen. Der Blick bleibt zum Boden, der Nacken lang. Das stärkt den unteren Rücken als Gegenspieler zu allen Bauchübungen.
Leichter: im Vierfüßlerstand diagonal Arm und Bein strecken.
8. Bauchpresse (Crunch) – Bauch
Auf dem Rücken, Knie angewinkelt, Fingerspitzen an den Schläfen. Oberkörper mit der Kraft aus dem Bauch ein Stück einrollen – kein Zug am Nacken, das Kinn bleibt faustbreit von der Brust weg. Oben kurz anspannen, langsam zurück.
Alternative bei Rückenbeschwerden: Dead Bug – auf dem Rücken liegend abwechselnd gegenüberliegenden Arm und Bein absenken, die Lendenwirbelsäule bleibt am Boden.
Die Lücke im Plan: eine Zugbewegung ergänzen
Ohne Geräte fehlt eine echte Zugbewegung – breiter Rückenmuskel und Bizeps kommen in diesen acht Übungen zu kurz. Häng deshalb ein bis zwei Sätze Rudern an: ein Handtuch um eine geschlossene Türklinke legen, zurücklehnen und den Oberkörper mit geradem Rücken heranziehen. Alternativ unter einen stabilen Tisch legen und sich an der Tischkante hochziehen.
Abwärmen und Dehnen
Nach dem letzten Satz den Puls zwei Minuten mit lockerem Gehen herunterfahren, dann die beanspruchten Muskeln je 20 bis 30 Sekunden dehnen: vordere und hintere Oberschenkel, Hüftbeuger, Brust und unterer Rücken. Dehnen verhindert keinen Muskelkater, macht die Einheit aber angenehmer und du startest weniger steif in die nächste.
So steigerst du dich beim Ganzkörper-Workout ohne Geräte
Damit Muskeln wachsen, muss die Belastung über die Wochen steigen – dieses Prinzip heißt progressive Überlastung. Entscheidend ist dabei weniger das Gewicht als die Nähe zum Muskelversagen: Sätze zwischen etwa 6 und 30 Wiederholungen bringen für den Muskelaufbau ähnlich viel, solange sie tatsächlich anstrengend zu Ende geführt werden. Ohne Zusatzgewicht drehst du an diesen Stellschrauben:
- Mehr Wiederholungen: erst die obere Spanne sauber erreichen (15 statt 12).
- Mehr Sätze: von 2 auf 3, später auf 4 pro Übung.
- Schwerere Variante: erhöhter Liegestütz → Knie-Liegestütz → klassischer Liegestütz.
- Langsameres Tempo: die Absenkphase auf 3 bis 4 Sekunden ziehen.
- Kürzere Pausen: Satzpause schrittweise von 90 auf 60 Sekunden verkürzen.
- Größerer Bewegungsradius: Kniebeuge tiefer, Liegestütz mit der Brust näher zum Boden.
Am einfachsten fährst du mit der Doppelprogression: erst die Wiederholungen bis ans obere Ende der Spanne steigern, dann auf die schwerere Variante wechseln und dort wieder bei der unteren Wiederholungszahl anfangen. Ändere immer nur eine Stellschraube pro Übung – sonst weißt du hinterher nicht, was gewirkt hat.
Diese Anfängerfehler kosten dich Fortschritt
- Schwung statt Muskelarbeit: zu schnelles Absenken nimmt genau die Phase raus, die am meisten bringt.
- Aufwärmen überspringen: erhöht das Verletzungsrisiko, besonders an Knie und Schulter.
- Kein Ruhetag: dieselben Muskeln täglich zu belasten bremst den Aufbau, statt ihn zu fördern.
- Wochenlang dieselben Zahlen: ohne Steigerung verpufft der Reiz nach spätestens vier Wochen.
- Hohlkreuz bei Plank und Liegestütz: Bauch und Po anspannen, dann bleibt der Rücken stabil.
- Nichts notieren: wer seine Wiederholungen nicht mitschreibt, überschätzt regelmäßig, was er letzte Woche geschafft hat.
Warum Ganzkörpertraining für Anfänger am meisten bringt
Beim Ganzkörpertraining bekommt jede große Muskelgruppe in derselben Einheit Arbeit. Bei drei Einheiten pro Woche trifft damit jeden Muskel dreimal ein Reiz. Ein Splitplan, in dem an einem Tag nur Brust und am nächsten nur Beine drankommt, lohnt sich erst bei deutlich mehr Trainingsvolumen und mehr Trainingstagen.
Der zweite Vorteil ist die Zeitbilanz. Eigengewichtsübungen sind Verbundübungen: Eine Kniebeuge bewegt Beine, Po und Rumpf, ein Liegestütz Brust, Schultern und Trizeps. Wenige Übungen decken so den ganzen Körper ab. Die WHO empfiehlt Erwachsenen mindestens zweimal pro Woche muskelkräftigende Übungen für alle großen Muskelgruppen; eine Übersichtsarbeit des Deutschen Krebsforschungszentrums kam im Juli 2026 zu dem Schluss, dass dafür rund 40 bis 60 Minuten pro Woche genügen. Drei Einheiten à 20 bis 25 Minuten liegen genau in diesem Bereich.
Dass dabei kein Zusatzgewicht nötig ist, zeigt eine achtwöchige Trainingsstudie: Eine Gruppe trainierte Liegestütze, die andere Bankdrücken mit 40 Prozent des Maximalgewichts, beide bis zur Erschöpfung. Der Zuwachs an Muskeldicke an Brust und Trizeps unterschied sich zwischen beiden Gruppen nicht bedeutsam. Nebenbei lernst du mit diesem Plan die Bewegungsmuster – Beugen, Drücken, Ziehen, Stabilisieren –, die später im Studio oder mit Kurzhanteln ohnehin die Basis bilden.
Hinweis: Bei Vorerkrankungen an Herz, Kreislauf oder Gelenken, nach Operationen sowie bei Schmerzen während einer Übung sprich vorher mit Ärztin, Arzt oder Physiotherapie. Ein Trainingsplan ersetzt keine individuelle Beratung.
Bleib mindestens zwei Wochen bei denselben Vorgaben, bevor du sie härter machst. Regelmäßigkeit schlägt jeden perfekten Trainingstag: drei kurze Einheiten pro Woche, über Monate durchgezogen, bringen mehr als ein ehrgeiziger Plan, den du nach zwei Wochen liegen lässt.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich als Anfänger ein Ganzkörper-Workout ohne Geräte machen?
Zwei- bis dreimal pro Woche mit mindestens einem Ruhetag dazwischen. In der Erholung wird der Muskel stärker – tägliches Training derselben Übungen bremst den Aufbau eher.
Kann ich ohne Geräte wirklich Muskeln aufbauen?
Ja. Entscheidend ist, wie nah ein Satz ans Muskelversagen führt. In einer Achtwochen-Studie legten Liegestütze an Muskeldicke ähnlich zu wie leichtes Bankdrücken.
Wie lange dauert eine Einheit?
Mit Aufwärmen, acht Übungen und Dehnen brauchst du 20 bis 25 Minuten. Bei wenig Zeit kürzt du die Satzzahl, nicht die Ausführungsqualität.
Wie viele Sätze und Wiederholungen sind sinnvoll?
Start mit 2 Sätzen à 8 bis 10 Wiederholungen und 90 Sekunden Pause, nach acht Wochen bei 3 Sätzen à 12 bis 15. Plank und Superman trainierst du nach Zeit.
Wann sehe ich erste Ergebnisse?
Kraft und Kondition verbessern sich meist nach 3 bis 4 Wochen spürbar – du schaffst mehr Wiederholungen. Sichtbare Veränderungen brauchen in der Regel mehrere Monate.


