Zähes Gulasch hat fast immer dieselbe Ursache: zu wenig Zeit im Topf. Dieses deutsche Rindergoulasch Rezept setzt deshalb auf durchwachsenes Schmorfleisch und 1,5 bis 2 Stunden sanftes Köcheln – erst dann zerfällt das Fleisch auf der Gabel und die Soße wird von selbst sämig. Die Möhren bringen eine dezente Süße und etwas Farbe in den süddeutschen Kessel, ohne den herzhaften Paprika-Charakter zu überdecken. Mit rund 35 g Eiweiß pro Portion ist der Eintopf außerdem ein dankbares Meal-Prep-Gericht: einmal kochen, mehrere Tage davon essen.
Wichtig vorab, weil hier die meisten scheitern: Kauf kein mageres Stück wie Filet. Gulasch braucht Bindegewebe. Fleisch aus Wade, Schulter oder Hochrippe ist von Sehnen durchzogen, die beim Schmoren zu Gelatine werden – das gibt der Soße Körper und dem Fleisch die butterzarte Textur. Und plane genug Zwiebeln ein: Im klassischen Verhältnis kommen fast so viele Zwiebeln wie Fleisch in den Topf, denn sie zerfallen beim Schmoren und binden die Soße ganz ohne Mehl.
Zutaten für 4 Portionen
- 600 g Rindfleisch zum Schmoren (Wade, Schulter oder Hochrippe), gut durchwachsen
- 500 g Zwiebeln
- 3 mittelgroße Möhren (ca. 250 g)
- 1 Knoblauchzehe
- 2 EL Tomatenmark
- 2 EL edelsüßes Paprikapulver
- 1 TL geräuchertes Paprikapulver (optional, für mehr Tiefe)
- 2 EL Öl oder Butterschmalz zum Anbraten
- 500–700 ml Rinderbrühe
- 1 Lorbeerblatt, 1 Prise Kümmel (ganz oder gemahlen)
- 1 Schuss Rotwein oder 1 TL Rotweinessig (optional)
- Salz, frisch gemahlener Pfeffer
Makronährwerte pro Portion
| Nährwert | Menge (ca.) |
|---|---|
| Kalorien | 480 kcal |
| Protein | 35 g |
| Kohlenhydrate | 18 g |
| Fett | 26 g |
| Ballaststoffe | 5 g |
Die Werte sind Schätzungen ohne Beilage und schwanken je nach Fleischstück und Fettgehalt. Mit einer leichten Beilage wie Salat statt Spätzle bleibt das Gericht auch in einer kalorienbewussten Woche gut planbar.
Zubereitung – Schritt für Schritt
- Fleisch anbraten. Das Rindfleisch in etwa 3 cm große Würfel schneiden und gründlich trockentupfen – nur trockenes Fleisch wird braun statt grau. Öl oder Butterschmalz in einem schweren Topf stark erhitzen und das Fleisch portionsweise rundum scharf anbraten. Herausnehmen und beiseitestellen. Zu viel auf einmal kühlt den Topf aus, dann kocht das Fleisch nur.
- Zwiebeln schmoren. Die Zwiebeln grob würfeln und im Bratfett bei mittlerer Hitze 8–10 Minuten goldbraun schmoren. Das ist die Basis der Soße, also nicht hetzen – je weicher die Zwiebeln, desto sämiger wird das Gulasch später. Knoblauch fein hacken und in den letzten 2 Minuten dazugeben.
- Tomatenmark und Paprika. Tomatenmark einrühren und kurz mitrösten, bis es leicht dunkelt. Dann den Topf kurz vom Herd ziehen und das Paprikapulver unterrühren. Wichtig: Paprika verbrennt in heißem Fett sofort und wird dann bitter – deshalb außerhalb der größten Hitze einrühren.
- Ablöschen. Mit dem Rotwein (oder Essig) und der Brühe ablöschen, das angebratene Fleisch samt Saft zurück in den Topf geben. Lorbeer und Kümmel dazu, alles einmal aufkochen. Die Flüssigkeit sollte das Fleisch knapp bedecken.
- Schmoren lassen. Hitze reduzieren, zudecken und 1,5 bis 2 Stunden sanft köcheln lassen – es soll nur leise blubbern. Gelegentlich umrühren und bei Bedarf etwas Brühe nachgießen. Das Fleisch ist fertig, wenn es sich mühelos mit der Gabel zerteilen lässt.
- Möhren und Finish. Die Möhren in dicke Scheiben schneiden und in den letzten 30–40 Minuten zugeben, damit sie weich, aber nicht matschig werden. Zum Schluss mit Salz und Pfeffer abschmecken. Ist die Soße zu dünn, den Deckel abnehmen und sie 10 Minuten offen einkochen.

Zutaten
- 600 g Rindfleisch zum Schmoren (Wade, Schulter oder Hochrippe), durchwachsen
- 500 g Zwiebeln
- 3 mittelgroße Möhren (ca. 250 g)
- 1 Knoblauchzehe
- 2 EL Tomatenmark
- 2 EL edelsüßes Paprikapulver
- 1 TL geräuchertes Paprikapulver (optional)
- 2 EL Öl oder Butterschmalz
- 500–700 ml Rinderbrühe
- 1 Lorbeerblatt, 1 Prise Kümmel
- 1 Schuss Rotwein oder 1 TL Rotweinessig (optional)
- Salz, frisch gemahlener Pfeffer
Zubereitung
Rindfleisch in 3 cm Würfel schneiden, trockentupfen und im heißen Fett portionsweise scharf anbraten, dann herausnehmen.
Zwiebeln grob würfeln und im Bratfett 8–10 Minuten goldbraun schmoren, Knoblauch zum Schluss zugeben.
Tomatenmark mitrösten, Topf vom Herd ziehen und Paprikapulver einrühren, damit es nicht verbrennt.
Mit Rotwein und Brühe ablöschen, Fleisch zurückgeben, Lorbeer und Kümmel zufügen und aufkochen.
Zugedeckt 1,5 bis 2 Stunden sanft schmoren, bis das Fleisch zerfällt.
Möhren in den letzten 30–40 Minuten zugeben, abschmecken und die Soße bei Bedarf offen einkochen.
Tipps für ein gelingsicheres Gulasch
- Soße zu dünn? Statt Mehl einfach offen einkochen oder ein paar Zwiebelstücke mit dem Pürierstab zerdrücken – die natürliche Bindung kommt aus den Zwiebeln.
- Bitterer Beigeschmack? Dann ist das Paprikapulver verbrannt. Es immer bei reduzierter Hitze einrühren und sofort ablöschen.
- Noch zäh nach 1,5 Stunden? Kein Grund zur Sorge – einfach weiterschmoren. Schmorfleisch wird mit jeder weiteren halben Stunde zarter, nicht trockener.
- Mehr Tiefe: Am Vortag kochen und über Nacht durchziehen lassen. Aufgewärmt schmeckt Gulasch fast immer besser.
Variationen für jedes Ziel
| Variante | Anpassung | Hinweis |
|---|---|---|
| Low-Carb | Möhren reduzieren oder weglassen | Mit Blumenkohlreis oder Sellerie statt Spätzle servieren |
| Protein-Boost | +100 g Linsen in den letzten 20 Minuten | Bindet zusätzlich die Soße und erhöht den Ballaststoffanteil |
| Schärfer | 1 TL geräuchertes Paprika scharf oder etwas Chili | Erst zum Schluss dosieren und abschmecken |
| Schneller | Im Schnellkochtopf ca. 30–35 Minuten | Spart über eine Stunde, das Fleisch wird trotzdem zart |
Meal-Prep und Aufbewahrung
- Im Kühlschrank hält sich der Goulasch luftdicht verschlossen 3–4 Tage.
- Zum Einfrieren vollständig abkühlen lassen, portionsweise in gefriergeeignete Behälter füllen und mit Datum beschriften – so bleibt er bis zu 3 Monate haltbar.
- Nicht länger als 2 Stunden bei Raumtemperatur stehen lassen, danach zügig kühlen.
- Aufwärmen am besten im Topf bei mittlerer Hitze mit einem Schuss Brühe, dabei gelegentlich umrühren.
Häufige Fragen
Welches Fleisch eignet sich für deutsches Rindergoulasch?
Durchwachsenes Schmorfleisch aus Wade, Schulter oder Hochrippe. Das Bindegewebe wird beim langen Schmoren zu Gelatine und macht das Fleisch zart sowie die Soße sämig. Mageres Filet ist ungeeignet.
Wie lange muss Rindergulasch schmoren?
Plane 1,5 bis 2 Stunden sanftes Köcheln bei niedriger Hitze ein. Das Fleisch ist fertig, wenn es sich mühelos mit der Gabel zerteilen lässt – länger schadet nicht, es wird nur zarter.
Wie wird die Goulaschsoße ohne Mehl sämig?
Durch die Zwiebeln. Im Verhältnis von fast 1:1 zu Fleisch geschmort, zerfallen sie und binden die Soße natürlich. Ist sie zu dünn, einfach offen 10 Minuten einkochen lassen.
Kann ich das Rindergoulasch einfrieren?
Ja. Vollständig abkühlen lassen, portionsweise einfrieren und mit Datum beschriften. Im Gefrierschrank hält es bis zu 3 Monate, im Kühlschrank 3–4 Tage.
Welche Beilage passt zu Süddeutschem Kesselgoulasch?
Klassisch Spätzle oder Kartoffeln. Leichter wird es mit Vollkorn-Quinoa, Blumenkohlreis oder einem frischen Salat, ideal für eine kalorienbewusste Woche.


