Wildschwein wird nur dann butterzart, wenn es Zeit zum Schmoren bekommt – rund 90 Minuten bei niedriger Hitze sind der Unterschied zwischen zähem Fleisch und einem Gulasch, das auf der Zunge zergeht. Genau hier scheitern die meisten Schnellrezepte. Dieses fränkische Wildschwein-Gulasch mit Kartoffeln und Pilzen setzt deshalb auf kräftiges Anbraten, trockenen Rotwein und etwas Geduld – dafür belohnt es dich mit einer tiefen, würzigen Sauce und magerem, eiweißreichem Wildfleisch.
Wildschweinfleisch aus der Schulter ist von Natur aus mager, liefert reichlich hochwertiges Protein und viel Eisen. Kombiniert mit den sättigenden Kohlenhydraten der Kartoffeln und den herzhaften Pilzen bekommst du ein deftiges, ausgewogenes Herbstgericht, das lange satt hält – ideal als Sonntagsessen oder fürs Meal-Prep unter der Woche.
Plane realistisch: Etwa 25 Minuten Vorbereitung und gut 1,5 bis 2 Stunden Schmorzeit. Das meiste davon arbeitet der Topf allein. Wer es klassisch möchte, gibt Wacholder und Lorbeer dazu – das macht aus dem Gulasch ein echtes Wildgericht statt eines x-beliebigen Schmortopfs.
Zutaten für 4 Portionen
- 800 g Wildschweingulasch (am besten aus der Schulter), in ca. 4 cm große Würfel geschnitten
- 2 EL Butterschmalz zum Anbraten
- 2 mittelgroße Zwiebeln, fein gewürfelt
- 2 Knoblauchzehen, gepresst
- 1 EL Tomatenmark
- 2 EL Paprikapulver, edelsüß
- 300 ml trockener Rotwein (z. B. Spätburgunder)
- 400 ml Wildfond (ersatzweise Rinderfond)
- 6 Wacholderbeeren, leicht angedrückt
- 2 Lorbeerblätter
- 600 g festkochende Kartoffeln, in 2 cm Würfeln
- 250 g Pilze (Champignons oder gemischte Waldpilze), in Scheiben
- 1 EL Preiselbeeren (optional, für die fruchtige Note)
- 2 EL Crème fraîche (optional, zum Verfeinern)
- Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
- 1 Handvoll frische Petersilie zum Garnieren
Zubereitung Schritt für Schritt
- Fleisch anbraten: Wildschweinwürfel trocken tupfen, salzen und pfeffern. Butterschmalz in einem schweren Topf oder Bräter stark erhitzen und das Fleisch portionsweise rundherum kräftig anbraten. Nicht den Topf überfüllen, sonst kocht das Fleisch statt zu bräunen. Angebratenes Fleisch herausnehmen und beiseitestellen.
- Zwiebelbasis ansetzen: Hitze reduzieren, Zwiebeln im Bratfett goldbraun dünsten. Knoblauch kurz mitdünsten, dann Tomatenmark und Paprikapulver einrühren und etwa 1 Minute mitrösten. Achtung: Paprikapulver verbrennt schnell und wird bitter, also zügig ablöschen.
- Ablöschen und schmoren: Mit dem Rotwein ablöschen und den Bratensatz vom Topfboden lösen. Kurz einkochen lassen, dann Wildfond, Wacholderbeeren, Lorbeer und das Fleisch zurück in den Topf geben. Zugedeckt bei niedriger Hitze etwa 60 Minuten leise köcheln lassen.
- Kartoffeln zugeben: Nach der ersten Stunde die Kartoffelwürfel unterrühren und weitere 25 bis 30 Minuten mitschmoren, bis Fleisch und Kartoffeln weich sind. Bei Bedarf etwas Fond oder Wasser nachgießen.
- Pilze unterheben: In den letzten 15 Minuten die Pilze hinzufügen. So bleiben sie bissfest und wässern die Sauce nicht aus.
- Abschmecken: Lorbeer und Wacholderbeeren entfernen. Nach Geschmack Preiselbeeren und Crème fraîche einrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Vor dem Servieren mit frischer Petersilie bestreuen.

Zutaten
- 800 g Wildschweingulasch (Schulter), in 4 cm Würfeln
- 2 EL Butterschmalz
- 2 mittelgroße Zwiebeln, fein gewürfelt
- 2 Knoblauchzehen, gepresst
- 1 EL Tomatenmark
- 2 EL Paprikapulver, edelsüß
- 300 ml trockener Rotwein (z. B. Spätburgunder)
- 400 ml Wildfond (ersatzweise Rinderfond)
- 6 Wacholderbeeren
- 2 Lorbeerblätter
- 600 g festkochende Kartoffeln, in 2 cm Würfeln
- 250 g Pilze (Champignons oder Waldpilze), in Scheiben
- 1 EL Preiselbeeren (optional)
- 2 EL Crème fraîche (optional)
- Salz und schwarzer Pfeffer
- Frische Petersilie zum Garnieren
Zubereitung
Wildschweinwürfel trocken tupfen, salzen und pfeffern. Butterschmalz stark erhitzen und das Fleisch portionsweise rundherum kräftig anbraten, dann herausnehmen.
Zwiebeln im Bratfett goldbraun dünsten, Knoblauch kurz mitdünsten, Tomatenmark und Paprikapulver etwa 1 Minute mitrösten.
Mit Rotwein ablöschen, Bratensatz lösen, kurz einkochen. Wildfond, Wacholder, Lorbeer und Fleisch zugeben und zugedeckt 60 Minuten leise schmoren.
Kartoffelwürfel zugeben und weitere 25 bis 30 Minuten mitschmoren, bis Fleisch und Kartoffeln weich sind.
In den letzten 15 Minuten die Pilze unterheben.
Lorbeer und Wacholder entfernen, mit Preiselbeeren und Crème fraîche verfeinern, abschmecken und mit Petersilie bestreuen.
Nährwerte pro Portion
Die Werte sind gerundete Orientierungswerte (ohne optionale Crème fraîche) und hängen von Fleischzuschnitt und Beilagenmenge ab.
| Nährstoff | Menge |
|---|---|
| Kalorien | ca. 480 kcal |
| Protein | ca. 42 g |
| Fett | ca. 16 g |
| Kohlenhydrate | ca. 32 g |
| Ballaststoffe | ca. 5 g |
Tipps für zartes Wildschwein
- Geduld statt Hitze: Wildschwein hat viel Bindegewebe. Erst langes, sanftes Schmoren löst das Kollagen auf und macht das Fleisch zart. Hohe Hitze macht es zäh.
- Quer zur Faser schneiden: Das verkürzt die Muskelfasern und sorgt für mürbere Bissen.
- Kräftig anbraten: Die Röstaromen von gut gebräuntem Fleisch sind die Basis für die tiefe Sauce. Lieber in mehreren Portionen als alles auf einmal.
- Am nächsten Tag noch besser: Wie viele Schmorgerichte gewinnt das Gulasch über Nacht an Aroma – ein Pluspunkt fürs Vorkochen.
Variationen für jedes Ziel
| Variante | So gehts |
|---|---|
| Low-Carb | Kartoffeln durch Sellerie- oder Blumenkohlwürfel ersetzen und die Pilzmenge erhöhen. |
| Ohne Alkohol | Rotwein durch zusätzlichen Wildfond plus einen Spritzer Balsamico ersetzen. |
| Extra deftig | Mit 100 g gewürfeltem geräucherten Speck in Schritt 1 starten. |
| Vegetarisch | Statt Wildschwein 400 g Kräuterseitlinge und 200 g Kidneybohnen verwenden, Schmorzeit auf 30 Minuten verkürzen. |
Aufbewahren und Einfrieren
- Kühlschrank: In einem luftdichten Behälter hält das Gulasch 3 Tage. Vor dem Verzehr gut durcherhitzen.
- Einfrieren: Portionsweise bis zu 3 Monate haltbar. Über Nacht im Kühlschrank auftauen und langsam erwärmen.
- Aufwärmen: Bei mittlerer Hitze im Topf, gelegentlich umrühren und bei Bedarf einen Schuss Fond zugeben.
Häufige Fragen
Wie lange muss Wildschweingulasch schmoren, bis es zart ist?
Plane rund 90 Minuten bis 2 Stunden bei niedriger Hitze ein. Erst das lange, sanfte Schmoren löst das Bindegewebe auf und macht das Fleisch butterzart.
Welches Fleischstück eignet sich am besten für Wildschweingulasch?
Schulter und Nacken sind ideal. Sie haben genug Bindegewebe, werden beim Schmoren besonders mürbe und liefern viel Geschmack für die Sauce.
Kann ich Wildschweingulasch ohne Rotwein kochen?
Ja. Ersetze den Rotwein einfach durch zusätzlichen Wildfond und gib einen Spritzer Balsamico dazu, um die fruchtige Tiefe auszugleichen.
Kann ich das Wildschweingulasch einfrieren?
Ja, portionsweise bis zu 3 Monate. Über Nacht im Kühlschrank auftauen und langsam erwärmen. Geschmacklich gewinnt das Gulasch sogar dazu.
Welche Beilage passt zu Wildschweingulasch?
Im Rezept sind Kartoffeln schon enthalten. Dazu passen außerdem Spätzle, Semmelknödel, Rotkohl oder ein Klecks Preiselbeeren.


