Currywurst-Soße selber machen: die Ruhrpott-Variante mit Currypulver

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Currywurst mit selbst gemachter Currysoße und viel Currypulver auf einer Pappschale, daneben Pommes

Zwei Dinge trennen die Pott-Currywurst von der Berliner Version: Unter der Soße liegt eine grobe Bratwurst, und obendrauf kommt zum Schluss noch einmal eine dicke Schicht Currypulver. Currywurst-Soße selber machen heißt hier deshalb nicht Ketchup aufwärmen, sondern Tomatenmark anrösten, mit Apfelmus abrunden und das Curry in zwei Etappen einsetzen.

Das Rezept unten kochst du in rund 25 Minuten komplett von Grund auf. Es ergibt etwa 400 ml Soße – genug für vier Portionen Currywurst, für Pommes oder für Frikadellen.

Was die Ruhrpott-Variante ausmacht

Erfunden wurde die Currywurst am 4. September 1949 in Berlin von Herta Heuwer. Ihre Soße meldete sie als Wort-Bild-Marke Chillup an, eingetragen 1959 – ein Patent auf das Rezept gab es entgegen der Legende nie, wie das Deutsche Patent- und Markenamt festhält. Im Ruhrgebiet wurde die Wurst ab den 1950er-Jahren zum billigen Imbiss für Schicht- und Bergarbeiter. Dabei hat sich ein eigener Stil festgesetzt, der sich an drei Punkten festmachen lässt.

  • Die Wurst: im Pott eine grobe, kräftig gewürzte Bratwurst, rundum knusprig gebraten und danach in 2 bis 3 Zentimeter dicke Stücke geschnitten. In Berlin liegt darunter je nach Bude auch eine feine Brühwurst ohne Darm.
  • Die Soße: kräftig, leicht süßlich, mit angeröstetem Tomatenmark als Basis. Viele Imbisse rühren Worcestersauce oder Paprikapaste ein, Apfelmus und eingekochte Cola sind die typischen Hausmittel für die runde Süße.
  • Das Finish: Currypulver landet nicht nur in der Soße, sondern sichtbar obendrauf. Diese gelbe Schicht ist das optische Erkennungszeichen einer echten Pott-Currywurst.

Currywurst-Soße selber machen: die Zutaten

Für ca. 4 Portionen (etwa 400 ml Soße):

  • 1 mittelgroße Zwiebel, fein gewürfelt
  • 1 EL neutrales Öl (z. B. Rapsöl)
  • 2 EL Tomatenmark
  • 250 g passierte Tomaten
  • 100 ml Wasser oder Rinderbrühe
  • 3 EL Apfelmus
  • 2 EL Apfelessig
  • 1–2 EL brauner Zucker
  • 1 EL Worcestersauce
  • 2 EL mildes bis mittelscharfes Currypulver (z. B. Madras) – plus extra zum Bestreuen
  • 1 TL edelsüßes Paprikapulver
  • ¼ TL Cayennepfeffer (nach Geschmack)
  • Salz und frisch gemahlener Pfeffer

Zubereitung Schritt für Schritt

  1. Zwiebelwürfel im Öl bei mittlerer Hitze 3–4 Minuten glasig anschwitzen, ohne dass sie Farbe nehmen.
  2. Tomatenmark zugeben und 1–2 Minuten mitrösten, bis es dunkler wird und süßlich riecht. Das nimmt die Säure raus und gibt der Soße Tiefe.
  3. Hitze kurz zurückdrehen, 1 EL Currypulver, Paprika und Cayenne einrühren und nur wenige Sekunden mitziehen lassen. Im zu heißen Fett wird das Pulver bitter.
  4. Sofort mit den passierten Tomaten und dem Wasser ablöschen. Apfelmus, Apfelessig, Zucker und Worcestersauce einrühren.
  5. Alles offen 10–12 Minuten sanft köcheln lassen, bis die Soße sämig wird und am Löffel haften bleibt.
  6. Für eine glatte Konsistenz kurz pürieren (optional). Mit Salz, Pfeffer und dem restlichen Currypulver abschmecken.
  7. Über die aufgeschnittene Wurst geben und zum Schluss noch einmal großzügig mit Currypulver bestäuben – so wie an der Bude.
Currywurst mit selbst gemachter Currysoße und viel Currypulver auf einer Pappschale, daneben Pommes

Ruhrpott-Currywurst-Soße mit Currypulver

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Portionen: 4 Vorbereitungszeit: Kochzeit:
Nährwerte: 85 calories 20 grams fat
Bewertung: 5.0/5
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Zutaten

  • 1 mittelgroße Zwiebel, fein gewürfelt
  • 1 EL neutrales Öl (z. B. Rapsöl)
  • 2 EL Tomatenmark
  • 250 g passierte Tomaten
  • 100 ml Wasser oder Rinderbrühe
  • 3 EL Apfelmus
  • 2 EL Apfelessig
  • 1–2 EL brauner Zucker
  • 1 EL Worcestersauce
  • 2 EL mildes bis mittelscharfes Currypulver (z. B. Madras), plus extra zum Bestreuen
  • 1 TL edelsüßes Paprikapulver
  • 1/4 TL Cayennepfeffer
  • Salz und frisch gemahlener Pfeffer

Zubereitung

Zwiebelwürfel im Öl bei mittlerer Hitze 3–4 Minuten glasig anschwitzen, ohne Farbe zu nehmen.
Tomatenmark zugeben und 1–2 Minuten mitrösten, bis es dunkler wird und süßlich riecht.
Hitze zurückdrehen, 1 EL Currypulver, Paprika und Cayenne einrühren und nur wenige Sekunden mitziehen lassen.
Sofort mit passierten Tomaten und Wasser ablöschen, dann Apfelmus, Apfelessig, Zucker und Worcestersauce einrühren.
Offen 10–12 Minuten sanft köcheln lassen, bis die Soße sämig wird.
Optional kurz pürieren, dann mit Salz, Pfeffer und dem restlichen Currypulver abschmecken.
Über die gebratene, aufgeschnittene Wurst geben und großzügig mit Currypulver bestäuben.

Die Wurst braten wie an der Bude

Für das Original aus dem Ruhrgebiet nimmst du eine grobe Bratwurst und brätst sie am Stück in reichlich heißem Fett, bis sie rundum eine dunkle Kruste hat. Erst danach wird geschnitten: quer in 2 bis 3 Zentimeter dicke Stücke oder längs aufgeklappt, je nach Bude. Wichtig ist die Reihenfolge – wer die Wurst vorher schneidet, verliert Saft in der Pfanne und bekommt trockene Stücke.

Die Soße wird separat warm gehalten und erst kurz vor dem Servieren über die Wurst gegeben, damit die Kruste nicht durchweicht. Ganz zum Schluss kommt das Currypulver darüber, und zwar mehr, als man beim ersten Mal für richtig hält.

Welches Currypulver passt

Currypulver ist keine einzelne Zutat, sondern eine Mischung – meist auf Basis von Kurkuma, Koriander, Bockshornklee, Kreuzkümmel und Chili. Für die Bude-Version passt eine milde bis mittelscharfe Standardmischung wie Madras: Sie färbt kräftig gelb und schmeckt würzig, ohne die Tomate zu überdecken.

Finger weg von stark parfümierten Mischungen mit viel Zimt oder Nelke, die kippen in Verbindung mit Apfelmus schnell ins Weihnachtliche. Wer Schärfe will, nimmt eine scharfe Mischung oder ergänzt Cayenne separat – so bleibt die Menge steuerbar, ohne dass die Farbe leidet.

Tipps, damit die Soße gelingt

Curry in zwei Etappen. Ein Teil wandert kurz ins Fett, damit sich die Aromen im Öl verteilen, der Rest kommt beim Abschmecken dazu. Bitter wird Currypulver vor allem, wenn es in zu heißem Fett verbrennt – beim ruhigen Köcheln in der Flüssigkeit passiert das nicht.

Balance prüfen. Schmeckt die Soße zu sauer, hilft eine Prise Zucker; ist sie zu süß, gleicht ein Spritzer Apfelessig aus. Süße, Säure und Schärfe sollten sich die Waage halten, keine der drei darf vorschmecken.

Konsistenz steuern. Zu dünn? Ein paar Minuten länger offen einkochen oder kurz pürieren. Zu dick? Mit einem Schuss Wasser oder Brühe strecken. Beim Abkühlen zieht die Soße noch etwas nach.

Frisches Pulver nutzen. Currypulver verliert im offenen Glas nach einigen Monaten deutlich an Aroma. Für den vollen Ruhrpott-Geschmack lohnt sich eine frische, mittelscharfe Mischung – alte Reste schmecken flach und staubig.

Gleich mehr kochen. Currywurst-Soße selber machen lohnt sich in doppelter Menge: Abgekühlt hält sie im verschlossenen Glas 4–5 Tage im Kühlschrank und lässt sich portionsweise einfrieren.

Variationen der Ruhrpott-Currysoße

  • Cola-Variante: 500 ml Cola separat auf etwa 100 ml einkochen und statt eines Teils der passierten Tomaten unterrühren – das gibt eine karamellige, dunkle Note. Dann den Zucker weglassen.
  • Express mit Ketchup: Keine Zeit? 350 ml Ketchup mit 50–100 ml Wasser verdünnen und mit Currypulver, Paprika und einem Spritzer Essig einmal aufkochen.
  • Fruchtig: Ein Löffel Mango- oder Ananasmus macht die Soße runder und leicht exotisch.
  • Leichter: Ungesüßtes Apfelmus verwenden und den braunen Zucker durch etwas Erythrit ersetzen.
  • Schärfer: Mehr Cayenne, ein scharfes Currypulver oder eine Prise Chiliflocken.
  • Ohne Zwiebelstücke: Wer es glatt mag wie im Imbiss, püriert die fertige Soße einmal komplett durch und passiert sie durch ein Sieb.

Dazu passen klassisch Pommes und ein weiches Brötchen. Reste der Soße schmecken am nächsten Tag zu Frikadellen, Bratkartoffeln oder einfach als Dip.

Häufige Fragen

Was macht das original Currywurst-Rezept aus dem Ruhrgebiet aus?

Eine grobe, knusprig gebratene Bratwurst, eine kräftig-süßliche Soße aus angeröstetem Tomatenmark statt purem Ketchup und zum Schluss eine sichtbar dicke Schicht Currypulver obendrauf.

Welche Wurst nimmt man für die Ruhrpott-Currywurst?

Im Pott eine grobe Bratwurst, am Stück knusprig gebraten und erst danach in 2 bis 3 Zentimeter dicke Stücke geschnitten. In Berlin wird oft eine feine Brühwurst ohne Darm verwendet.

Geht die Currywurst-Soße auch ohne Ketchup?

Ja. Die von Grund auf gekochte Variante nutzt passierte Tomaten und angeröstetes Tomatenmark als Basis. Sie schmeckt frischer und weniger süß als reine Ketchup-Soße.

Warum wird meine Currywurst-Soße bitter?

Meist verbrennt das Currypulver im zu heißen Fett. Nur kurz bei mittlerer Hitze anziehen lassen, sofort ablöschen und den Großteil des Pulvers erst beim Abschmecken zugeben.

Wie lange hält selbst gemachte Currywurst-Soße?

Abgekühlt und gut verschlossen hält sie 4 bis 5 Tage im Kühlschrank. Für länger portionsweise einfrieren und langsam wieder erwärmen.

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